Mit Hilfe unserer Nichte Miriam war es Marianne und mir möglich, die benachbarte Covert Farms Organics zu besuchen. Vor ihrem Hirnschlag war Marianne zweimal in der Woche dort einkaufen gegangen.
Harpreet war begeistert, Marianne wieder zu sehen. Marianne sei ihre beste Kundin gewesen und sie habe es genossen, mit ihr jeweils ein wenig plaudern zu können.
Vor Freude schenkte Harpreet Marianne einen grossen Kartonbehälter voll von Gemüse und Früchten.
Mit Schwiegertochter Regine und Enkelin Sonja machten wir auch einen Ausflug nach Summerland.
Dort erholten wir uns von der Fahrt zuerst einmal im „beanery cafe“.
Dann besuchten wir eine Ausstellung im George Ryga Cultural Centre.
Seit unserem Besuch wurde ganz Summerland eines Waldbrands wegen evakuiert. Im Städtchen sind mehrere Häuser niedergebrannt. Nachdem beschädigte Gebäude gesichert worden waren, durften die Bewohner wieder zurückkehren. Es dürfte sehr schwierig sein, den penetranten Rauchgeruch aus den Häusern zu vertreiben. Ob diejenigen, die ihr Haus verloren haben, sich in Summerland ein neues bauen werden, wird sich zeigen.
Schwiegertochter Regine und Enkelin Sonja ermöglichten es Marianne und mir, die Penticton Art Gallerey zu besuchen, um uns dort die Ausstellung „Light through Scars“ anzuschauen.
Die Gruppenausstellung wurde von der in Peru geborenen und in Vancouver lebenden Künstlerin Solange Adum Abdala gestaltet. In der Ausstellung werden Werke von Ghinwa Yassine (Libanon), Oksana Zbrutska ( Ukraine ) und Parvin Peiwandi (Iran) gezeigt.
Parvin Peivandi ist eine vielseitige Künstlerin und unterrichtet in Vancouver an der Emily Carr University of Art and Design. Oksana Zbrutska lebt in der Ukraine und begründete als Kunstmalerin den „Ukrainian ethno-romantism style“. Sie wurde 2022 in Kiew mit dem Ehrentitel „Honored Artist of Ukraine“ ausgezeichnet.
Nach dem Ausstellungsbesuch machten wir einen kurzen Abstecher an den Okanagan Lake.
Der Wind war erfreulicherweise rauchfrei, aber ziemlich kühl.
Bevor das Okanagan Valley von Süden und Norden her in dichten Waldbrandrauch gehüllt wurde, konnten wir unter blauem Himmel mehrere Ausflüge machen. Dank unserer Freundin Jen war es Marianne und mir möglich, die RipOff Artists während ihrer „Woche der offenen Tür“ im Quail’s Nest Arts Centre in Oliver zu besuchen.
Inspirieren liessen sie sich dieses Jahr von einem Werk des kolumbianischen Malers und Bildhauers Fernando Botero.
Geboren wurde Botero 1932 in Medelin, Kolumbien. 2023 starb er in Monaco. Seine Darstellungen von Menschen und Tieren fielen durch ihre übertrieben üppigen Formen auf. Die Kunstkritik prägte dafür den Begriff „Boterismo“.
Diese 1990 geschaffene Skulptur befindet sich in Singapore.
Im Quail’s Nest arbeiteten gerade Jan…
… und Leslie.
Nicht dabei sein konnten wir am Samstag, als um 15 Uhr traditionsgemäss die gut besuchte RipOff-Woche ihren Abschluss fand.
Die nicht fertigen Werke hätten bis zur mit dem Festival of the Grape kombinierten Fall Art Show zu Hause vollendet werden können. Weil mehrere Künstlerinnen und Künstler in den Waldbränden ihr Haus verloren hatten, wurde die auf Ende September geplante Ausstellung vor ein paar Tagen abgesagt.
Wir sind seit Tagen in den Rauch von grossflächigen Waldbränden gehüllt.
In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde das etwas nördlich von uns gelegene Städtchen Summerland (12’000 Einwohner) evakuiert, am Samstag, 9. August, das Städtchen Peachland (8’000 Einwohner). Die Evakuierten wurden entweder im Convention Centre von Penticton oder von Kelowna einquartier, wo sie jetzt die nötige Betreuung (Essen, Medikamente usw.) erhalten. Wir haben unsere Notfall-Köfferchen gepackt und hoffen natürlich sehr, dass wir sie nicht brauchen werden. Falls wir den Evakuationsbefehl bekommen, wird Marianne mit einer Ambulanz in ein Spital gebracht und ich werde möglichst in ihrer Nähe in einem Motel Unterkunft suchen. Kinder, ältere Menschen und solche mit angeschlagener Gesundheit sollten es möglichst vermeiden, nach draussen zu gehen. Aber dank unserer mit Solarenergie betriebenen Klimaanlage können wir die Temperatur im Haus trotz der glühenden Hitze draussen angenehm kühl halten und alle Räume zweimal täglich mit gefilterter Luft versehen. Da ich trotz einer schmerzhaften Arthritis in der Lage bin, mich an der Betreuung von Marianne zu beteiligen, nach Oliver einkaufen zu gehen und für uns beide zu kochen, können wir weiterhin zusammen in unserem Haus bleiben. Und dank dem Nurse Next Door – Programm macht Marianne mit Übungen im Rollstuhl, beim Gehen mit einem Walker, bei Tätigkeiten in der Küche und mit dem Sprechen sehr erfreuliche Fortschritte.
Beim Einkaufen kann ich das Einatmen von Rauch natürlich nicht vermeiden.
Von Remagliasco aus holte ich für uns in den Ferien im etwas höher gelegenen Gehöft von Giuseppe täglich die Milch. Ab und zu half ich ihm auch, seine drei Kühe auf die Weide und zurück in den Stall zu treiben. Und im Sommer hütete ich sie jeweils ein paar Tage auf der Alp Salticc.In Grindelwald gehörten abendliche Stallbesuche bei unseren Nachbarn zum täglichen Programm.
Im Frühling wurden die Kühe auf das höher gelegene „Weidli“ gebracht.
Vom „Weidli“ aus begleitete ich Gottfried B. mit seinen Kühen auf die Alp.
Eine der Kühe wollte sehen, was in der Alphütte mit ihrer Milch geschah.
Sie wurde offensichtlich in den beliebten Grindelwaldner Bergkäse verwandelt.
Auf der gegenüber liegenden Talseite schäumt und rauscht der „Milchbach“ durch die saftigen Wiesen.
Er inspirierte mich zu einem Bild, das uns nach Kanada begleitet hat.
Zum folgenden Foto, das ich um 1970 in unserem Centovalli-Refugium aufnahm, schrieb ich in meinem 1972 erschienenen Heimatbuch „Die Centovalli“: „Der Ziegenbestand ist in 50 Jahren um etwa 70 Prozent zurückgegangen. Die Waldpflege verlangt eine strenge Überwachung der Tiere.“
Meinem Freund Gioachino Zanoli widmete ich in meinem 2023 erschienenen Buch „Mein Kindheitskoffer“ das Kapitel „Einsiedler zwischen Marx und Gott“. Ich besuchte ihn mehrmals auf der Alpe Nimi im Maggiatal, wo seine grosse Herde oberhalb der Baumgrenze weidete. Die folgenden Aufnahmen machte ich im Sommer 1980.
In den Gebäuden war auch Platz für Gäste.
Ich fotografierte Gioachino beim Melken.
Im Käsekeller kontrollierte Gioachino regelmässig die Formaggini.
In der Freizeit schrieb Gioachino an seinen im Selbstverlag veröffentlichten Texten. Hier schreibt er an seinem politischen Science-Fiction-Roman „2030“.
Das folgende Foto nahm ich um 1970 auf.
1970 liess sich in Grindelwald eine stolze weisse Ziege von mir porträtieren.
Zum Schluss ein Foto, das ich bei unserer Freundin Jen in Willowbrook aufnahm.
Die Angora-Ziege war eben geschoren worden. Ich interpretierte ihren Blick als Ausdruck der Erleichterung.
Ende April verwandelt sich die trocken karge Landschaft für kurze Zeit in einen blühende Garten. Auf dem Foto ist einer unserer beiden Birnbäume zu sehen.
Die folgende Aufnahme zeigt die Blüten von nahe.
Auch unsere beiden Apfelbäumchen blühen. Hier sind die Blüten unseres Spartan-Bäumchens zu sehen.
Überall leuchten die Okanagan Frühlingssonnenblumen (Speerblättrige Balsamwurzel).
Gelb blühen auch die Oregon Grapes.
Die Antilopenbüsche sind voll von kleinen hellgelben Blüten.
Sie hüllen die Landschaft in einen zarten Zimt-Duft ein.
Der Saumpfad zu den Häusern meiner Grosseltern und Eltern im Weiler Remagliasco zweigt etwas westlich von Intragna von der Talstrasse ab und führt über den eindrücklichen 1578 gebauten und 1989 restaurierten Ponte Romano.
Die Brücke wölbt sich 26 Meter hoch über die Melezza. Sie wird von den Einheimischen oft auch als Ponte Nuovo bezeichnet. Offensichtlich gab es hier schon früher eine Brücke über den Fluss.
Als Viertklässler zeichnete ich den Ponte Romano 1954 so in mein Aufsatzheft:
Bevor sich der Saumpfad zur Brücke hinunter windet, führt er an einer Wegkapelle mit der Darstellung der Madonna di Re vorbei. Der Bildstock auf der Brücke ist dem Heiligen Nepomuk geweiht. Nach einem steilen Aufstieg steht linkerhand eine Wegkapelle, die mich mit ihrer drastischen Darstellung der Mater dolorosa tief beeindruckte.
Der Schmerz, den Maria über den gewaltsamen Tod ihres Sohnes empfindet, wird mit sieben Dolchen symbolisiert, die sich in ihr Herz bohren.
Wie anders hat Michelangelo Buonarotti mit seiner 1498 bis 1499 in einen Block aus Carrara-Marmor gehauenenen Skulptur „Pietà“ die Schmerzensmutter dargestellt.
Diese Aufnahme machte Marianne im Petersdom während unseres Rom-Aufenthalts im November 2017.