Festival of the Grape

Portugiesische Trommler und Delegationen mit ihren Fahnen

Am vergangenen Sonntag fand in Oliver das traditionelle „Festival of the Grape“ statt. Während nach den Eröffnungsreden und dem Erntedank-Gebet auf der Bühne eine Musikgruppe spielte, konnten die etwa 4000 Besucherinnen und Besucher die in mehrern Zelten ausgeschenkten Weine des South Okanagan degustieren.

Gleichzeitig war im Community Centre  die schon am Samstag eröffnete „Fall Art Show“ zu sehen. Sie zog, bei sonnigem Herbstwetter, deutlich weniger Leute an als das Traubenwettstampfen, bei dem es darum geht, in origineller Kleidung innerhalb von fünf Minuten möglichst viel Saft zu pressen.

Bearjolais statt Beaujolais

Mehrere Bären beteiligten sich, trotz elektrischem Zaun, wiederum auch tagsüber an der Traubenernte im Biorebberg unserer Verwandten. Marianne und ich behielten beim Pflücken der Maréchal-Foch-Trauben für unseren Wein sicherheitshalber die Rebenreihen um uns herum im Auge. Keith, der Partner unserer Nichte Clea – die beiden sind immer mehr an der Bewirtschaftung des grossen Rebbergs beteiligt – schlug schon vor Jahren vor, Marianne und ich sollten unseren Wein „Bearjolais“ nennen. Als Etikette könnte ich mir einen weinselig tanzenden Bären vorstellen.

Wood Rat

Nach der „Entdeckung“ des legendären Seeungeheuers N’ha – a – itk in Naramata wende ich mich jetzt einer anderen Entdeckung zu, einem kleinen real existierenden Landungeheuer, das über Nacht unseren Geräteschuppen in einen WohnWC mit Fress- und Schlafnische verwandelte. Der „Duft“ der Einrichtung erinnert mich an abgestandenes Bier, das possierliche Tier selbst an einen Siebenschläfer in Grossformat. Sohn Manuel schickte uns eben mit seinem Handy Bildchen aus dem Centovalli-Refugium: Siebenschläfer am helllichten Tag in der Pergola. Er habe die Uva Americana mit ihnen um die Wette pflücken müssen. Zurück zu unserem Besucher mit seinem buschigen Schwanz: Männliche Waldratten sammeln alles metallisch Glänzende, bei uns z.B. verzinkte Schraubenschlüssel, in ihr Nest, um damit die Weibchen zu beeindrucken. Unsere Ratte ging,  mit einem Klumpen Alufolie angelockt, in die Falle.

Der pelzige Kobold lebt jetzt, nach einer gemeinsamen Autofahrt, beim idyllisch gelegenen Mahony Lake…

N’ha – a – itk

Am vergangenen Mittwoch fuhren wir zum dritten Mal in diesem Jahr nach Naramata (Blog Naramata 1, 20. Juni 2019; Naramata 2, 24. Juni 2019), diesmal mit Freunden aus Coquitlam bei Vancouver.  Am Okanagan Lake hielten wir Ausschau nach dem legendären Seeungeheuer N’ha – a – itk, das die meisten Leute als Ogopogo kennen. Der Name „Ogopogo“ wurde 1924 von einem Reporter erfunden, der für ein Fest einen Song komponierte und textete. „Seine Mutter war ein Ohrwurm, sein Vater war ein Wal“, hiess es im Liedchen. So sehr wir unsere Augen auch anstrengten, das dunkelgrüne schlangenartige Wesen zeigte sich nicht – bis ich es schliesslich, nicht weit von uns entfernt, an Land entdeckte, wo es genüsslich in einen riesigen Pfirsich biss.

Septemberlicht

„Morning Glory“ in unserem Garten

Das warme Septemberlicht lässt die noch blühenden Blumen in unserem Garten wie von innen heraus leuchten, und an der Strasse nach Oliver laden die Frucht- und Gemüsestände mit ihrem farbigen Angebot zum Kaufen ein.

Und hier ein zweites Foto, das ich an einem anderen Verkaufsstand aufnahm.

Rilkes Gedicht „Herbsttag“ kommt mir in den Sinn:
„HERR: es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross. /  Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,  /  und auf den Fluren lass die Winde los.  //  Befiehl den letzten Früchten voll zu sein,  /  gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,  /  dränge sie zur Vollendung hin und jage  / die letzte Süsse in den schweren Wein.“
In einzelnen Rebbergen im Tal hat die Traubenernte schon begonnen. Das Schlussbild zeigt einen glühenden Abendhimmel hinter dem Atelier: nach der „Morning Glory“ jetzt eine „Evening Glory“…

Bärenbesuch

Nach Plünderung der Pergola…

Nachdem wir drei intensive Wochen in der Schweiz mit drei Geburtstagsfeiern (Sohn Manuel: 50, Enkel Raphael: 13, ich: 75) und Besuchen von und bei Verwandten und Freunden in vollen Zügen genossen hatten, wurden wir auf dem spätsommerlichen Secrest Hill von einem jungen Schwarzbären besucht. Sofort pflückten wir unsere Birnen und die paar Äpfel, die er uns übrig gelassen hatte. Die Zwetschgen (bis auf eine einzige) und einen Teil der Trauben hatte er in unserer Abwesenheit schon geerntet, was der Original-Bärendreck verrät, den er vor dem Atelier plazierte.

Aktuelle Ergänzung: Heute Morgen musste ich unseren pelzigen Gast beim Bistro-Tischchen neben dem Atelier mit kräftigem Händeklatschen wecken und mit einem bestimmten „Please go!“ verscheuchen.

Nationalpark: Fortschritt

Was die Gegner eines Nationalparks im South Okanagan unter „Freiheit“ verstehen, lässt sich hier nur erahnen. Jedenfalls ist in ihrer Vorstellung von Freiheit die Bewahrung einer einmaligen Landschaft mit ihren seltenen Tier- und Pflanzenarten nicht enthalten. Doch bevor ich mit meinen Blog-Beiträgen eine Sommerpause mache, kann ich noch Erfreuliches melden. Der erste entscheidende Schritt zur Schaffung einer „National Park Reserve“ ist gelungen!
Marianne war als „Past President of the Oliver Osoyoos Naturalists“ offiziell zu den Feierlichkeiten eingeladen. Im Kulturzentrum der Osoyoos Indian Band unterschrieben Chief Clarence Louie und der Chief der Lower Similkameen Indian Band Keith Crow zusammen mit der Ministerin für Umwelt und Klimawandel aus Ottawa Catherine McKenna und dem Minister für Umwelt und Klimawandel der Provinz von British Columbia George Heyman ein „Memorandum of Understanding“ als Vorstufe für die Unterzeichnung der Gründungsurkunde. Die drei offiziellen Sprachen im neuen Nationalpark werden Englisch, Französisch und Nsyilxcen, die Sprache der Okanagan First Nations, sein. Die beiden Fotos zeigen zwei Landschaftsformen auf dem Gebiet des zukünftigen Nationalparks: das Grasland bei Osoyoos und die alpine Vegetation auf Mount Kobau.

Granfondo

Seit neun Jahren ist „unser“ Secrest Hill für Radrennfahrerinnen und -fahrer aus aller Welt „on the map“. Dank der Strassensanierung hatten wir am vergangenen Sonntag freie Sicht auf die kräftig in die Pedale tretenden Granfondo-TeilnehmerInnen. Wir bewunderten dabei allerdings nur ein paar wenige der über 2500.
Was das Landstück betrifft, das wir für die Sanierungsarbeiten an unsere Königin verkaufen mussten (Blog vom 14. April 2019): Her Majesty Elisabeth II. hat uns inzwischen dafür bezahlt. Zusätzlich zu den 1700 kanadischen Dollar erhielten wir nebst dem neuen Zaun auch den Granfondo-Aussichtspunkt.

Von der Strasse aus nicht zu sehen ist die sommerliche Blumenpracht in unserem Garten.

„The RipOff Artists“-Woche 2019, Schluss

Unsere RipOffs-Woche 2019 (die 13.!) zog wiederum eine erfreuliche Anzahl von interessierten Besucherinnen und Besuchern an, was zu lebhaften Gesprächen über Andy Warhol, Marilyn Monroe und unsere „Annäherungen“ an Warhols Werk führte. Ich liess mich für mein Mobile von seinem Bild „Twenty-five colored Marilyns“ von 1962 inspirieren. (Eben ging mir durch den Kopf, dass in diesem Jahr mein Erstling, die Erzählung „Die Gottesmaschine“, erschien.) Am vergangenen Samstag um 15 Uhr stellten wir uns mit unseren Arbeiten für das traditionelle Schlussbild auf.

Meine fünfundzwanzig Marilyns warten jetzt in meinem Atelier auf ihren zweiten Auftritt an der „Fall Art Show“ während des „Festival of the Grape“ Anfang Oktober in Oliver.

The RipOff Artists 2019

Vom kommenden Montag an ist es wieder soweit: Die RipOff Artists werden für eine Woche im Quail’s Nest Arts Centre in Oliver vor Publikum in verschiedenen Medien arbeiten. Unser Opfer ist dieses Jahr Andy Warhol mit seinen „Marilyn Monroes“. Als Vorarbeit – damit es bei der Eröffnung schon etwas Fertiges zu sehen gibt – liess jede(r) von uns sich von einem Selbstporträt des Künstlers inspirieren. Meine Fassung sieht so aus: