Ein Herz für Drachen

Unsere Tochter Priska schenkte mir vor Jahrzehnten eine Tasse, aus der ich seither meinen Morgentee trinke.

Einem Artikel in den „Penticton Western News“ entnahm ich, dass in der Stadt zwei vernachlässigte Drachen auf einem Dach gelandet waren.

In Penticton hatte sich eine Gruppe von Geschäftsleuten, die ein Herz für Drachen haben, zusammengefunden, um zwei Drachen ins Leben zurückzuholen. Die beiden eindrücklichen Exemplare waren mit abgebrochenen Flügeln und Hörnern in einem „Drachenfriedhof“ – wie die Drachenfreunde erklärten – im Norden des Tales gelandet. Ein Karosserie-Spengler sorgte dafür, dass die Flügel und Hörner wieder an ihren Platz kamen, und ein Tätowierer übernahm die fachgerechte Restaurierung der Drachenhaut.

Ein Kran-Team hievte die „sagenhaften Biester“ auf das Dach von „Skytouch Flooring“. Von hier aus können sie zwar nicht in den Himmel aufsteigen; aber sie dürfen ihn immerhin berühren.

Hier geniesst auch der zweite Drache die Abendsonne.

Spuren

Neben den Spuren unserer Winterreifen wirken Waschbärspuren deutlich zierlicher.

Noch zierlicher sind die Spuren der California Quails (Wachteln).

Im  Spurengewirr von und zum Atelier sind neben meiner eigenen Spur (kanadische Schuhnummer 13, europäische 46) Hirsch- und Waschbärenspuren zu entdecken.

Hier verraten die Spuren, dass sich ein Hirsch fürs Vogelfutter interessierte.

Schaden behoben.

Beim kleinen Stausee unserer Verwandten entdeckten wir diese geheimnisvollen Spuren:

Ob sie von einem kleinen Drachen stammen?

Oregon-grapes: Rückblick und Ausblick

Um unser Haus und Atelier herum und auf unseren Spaziergängen begleiteten uns die Oregon-grape-Büsche durch die Jahreszeiten, hier winterlich verschneit bei unserem Haus.

Am Okanagan River unten leuchteten im Herbst neben und hinter den blauen Beeren die Blätterflämmchen der Sumac-Büsche (Essigbaum).

Im Sommer reiften hinter dem Atelier die Beeren an einem kleinen Strauch mit attraktiv verfärbten Blättern.

Das folgende Foto zeigt ausgereifte Beeren am Okanagan River. Sie sind essbar, aber sehr sauer.

Die gelben Blüten dufteten im Frühling wie süssherber Honig.

Mit diesem Foto verwandelt sich der Rückblick 2020 in einen Ausblick auf den Frühling 2021.

Alles Gute!

Bei uns sieht es im Augenblick (noch?) nach „White Christmas“ aus.

Einen Weihnachtskaktus-Blütengruss aus unserer Wohnküche verbinde ich mit meinen besten Wünschen für die Festtage.

Mit einem Foto, das den Weg zum White Lake zeigt, wünsche ich alles Gute für 2021.

Zu diesem nahen „Salzsee“ – ausgetrocknet ist er im Sommer dank der zurückgebliebenen Salzkruste weiss – fuhren wir in diesem Covid-19-Jahr besonders gern, weil wir dort meist die einzigen Spaziergänger waren.

Ruinen 2

Als Kind stieg ich oft von unserem Ferienhaus in den Centovalli zum verlassenen Weiler Maia hinauf.

In meiner Phantasie verwandelten sich die Ruinen in eine vom Dschungel überwachsene Maya-Stadt.

Als „Archäologe“ fand ich manchmal in den Maulwurfshaufen auf den vorgelagerten  breiten Terrassen kleine Scherben und Metallstücke. Die „Sammlung“ hat mich nach Kanada begleitet. Ich hatte sie mit dem „offiziellen“ Namen Maglia beschriftet, weil der Weiler so in meinem alten „Atlante topografico Siegfried, Foglio No. 514 Locarno“ eingetragen war.

In der Phantasie des Herausgebers der Geschichten-Anthologie „Sie hat es ihm angetan“ verwandelte sich 2006 mein Lebenslauf. Zu meinem Beitrag „Amörchen rettet keimende Liebe“ ist dort u. a. zu lesen: Kurt Hutterli, 1944 in British Columbia, Kanada, geboren, Schriftsteller und Künstler… Womit ich mir eine Kindheit im Städtchen Oliver B.C. im Okanagan Valley erfinden kann.

Sicher hätte man mich da oft in der Goldgräber-„Ghost-Town“ von Orofino in den Hügeln westlich von Oliver B.C. antreffen können.

Ruinen 1

Das „Hornets“-Nest im Antilopenbusch, das ich in meinem letzten Beitrag zeigte, löst sich auf.

Es lässt mich an Ruinen in verlassenen Centovalli-Weilern denken. Die Aufnahme machte ich 1970.

Die Ruinen in unserer Gegend sind weniger dauerhaft.

Einstürzende Gebäude, die frei stehen, bleiben des trockenen Klimas wegen länger erhalten.

Dürfte die Ruine der Haynes Farm bei Osoyoos  nicht  als „Heritage Building“ auf photogene Art weiter zerfallen, wären Balken und Bretter wohl längst als Bau- oder Brennholz weggetragen worden.

Wespennest-Architektur

Die grossen Nestkonstruktionen der schwarz-weissen „Glatzgesichtigen Hornissen“ (Bald-faced Hornets) hängen meist hoch oben in den Bäumen.

Selten sind sie in einem Busch (hier in einem „Antilope Brush“) zu finden.

Wenn die schwarz-gelben“Gelbjacken-Wespen“ (Yellow Jackets) ihre Nester im Schutz eines Daches bauen können, wird die Architektur besonders interessant.

Hier ein weiteres Beispiel:

Auch dieser „Design“ fasziniert mich:

Das Nest wurde im Schutz von Nadelbüscheln der „Ponderosa Pine“ gebaut. Beide Wespensorten stellen das „Papier“ für ihre „Leichtbau“-Nester  her, indem sie Rinde oder Holz kauen und mit ihrem Speichel mischen.

Weingut-Architektur

In fünf bis dreissig Minuten können wir von unserem Haus aus mit dem Auto um die dreissig Wineries erreichen.

Mehrere fallen durch ihre besondere Architektur auf.

Auf dem Reservat der Osoyoos Indian Band befinden sich die Nk’Mip Cellars.

Sie sind das erste von einer First Nation aufgebaute und betriebene Weingut Nordamerikas.

Mit dem Auto sind wir in fünf Minuten bei der Hidden Chapel Winery.

Hinter der Winery steht in einem Wäldchen versteckt eine Kapelle. Ein früherer, aus Italien eingewanderter Besitzer des Grundstücks baute sie für seine Frau.

Auf dem Weg zur Kapelle steht vor einer kleinen Buddha-Statue ein Bistro-Tischchen mit zwei Stühlen.

Wer lieber nicht in der Kapelle, sondern draussen „in sich geht“, kann es hier  tun.

Ristorante „Da Curzio“

Werfen wir einen Blick in mein Atelier:

Auf dem Arbeitstisch liegt mein von den skurrilen Rindenformen der Ponderosa-Kiefer inspiriertes Bild „Famous Nudes“.

Hier die Rückseite des Bildes:

Weil wir uns der Kälte wegen nicht mehr mit Verwandten und Freunden zu dritt oder paarweise zu viert mit dem nötigen Covid-19-Abstand in unserem Garten zu einem gemeinsamen Essen treffen können, überlegte ich mir, wie ich das Atelier jeweils ohne grossen Aufwand in das gut belüftbare Ristorante „Da Curzio“ verwandeln könnte.

Auf dem Tisch steht  der von meinem  Grossvater mütterlicherseits Joseph Wybrecht in seiner Kunstschlosserei an der Gerechtigkeitsgasse in Bern gestaltete Kerzenständer.

Ein Holzofen sorgt für gemütliche Wärme.

Für die Eröffnung mit einem Risotto rosso alla grappa liegt beim CD-Spieler Tessinisches und Italienisches bereit.

Halloween 2020

„Keine Halloween-Partys dieses Jahr!“, wird am Radio immer wieder gemahnt. Covid-19 verdüstert den Kindern den seltsamen Glanz der gespenstisch verhexten Nacht.

„Falls Kinder mit ihrem Trick or treat! an die Tür klopfen, gebt ihnen die Bonbons aus sicherer Distanz, indem ihr z.B. ein Schälchen an einem Hockeyschläger oder an einem Besenstiel befestigt.“

Ausschnitt aus dem Time Magazine vom 19. Oktober 2020

Bei uns landen jeweils fünf freundliche Hexen in der Küche. Hier eine von ihnen:

In Penticton entdeckte ich eine Hexe, die nach einem verfrühten Sturzflug ziemlich hart gelandet war.

Im Internet ist der Vorschlag zu finden, die Kürbisse dieses Jahr als Trump-Gesichter zu gestalten und nach Halloween sofort zu kompostieren. Wir halten es trotzdem mit einem „traditonellen“ Design.