Nationalpark: Fortschritt

Was die Gegner eines Nationalparks im South Okanagan unter „Freiheit“ verstehen, lässt sich hier nur erahnen. Jedenfalls ist in ihrer Vorstellung von Freiheit die Bewahrung einer einmaligen Landschaft mit ihren seltenen Tier- und Pflanzenarten nicht enthalten. Doch bevor ich mit meinen Blog-Beiträgen eine Sommerpause mache, kann ich noch Erfreuliches melden. Der erste entscheidende Schritt zur Schaffung einer „National Park Reserve“ ist gelungen!
Marianne war als „Past President of the Oliver Osoyoos Naturalists“ offiziell zu den Feierlichkeiten eingeladen. Im Kulturzentrum der Osoyoos Indian Band unterschrieben Chief Clarence Louie und der Chief der Lower Similkameen Indian Band Keith Crow zusammen mit der Ministerin für Umwelt und Klimawandel aus Ottawa Catherine McKenna und dem Minister für Umwelt und Klimawandel der Provinz von British Columbia George Heyman ein „Memorandum of Understanding“ als Vorstufe für die Unterzeichnung der Gründungsurkunde. Die drei offiziellen Sprachen im neuen Nationalpark werden Englisch, Französisch und Nsyilxcen, die Sprache der Okanagan First Nations, sein. Die beiden Fotos zeigen zwei Landschaftsformen auf dem Gebiet des zukünftigen Nationalparks: das Grasland bei Osoyoos und die alpine Vegetation auf Mount Kobau.

Granfondo

Seit neun Jahren ist „unser“ Secrest Hill für Radrennfahrerinnen und -fahrer aus aller Welt „on the map“. Dank der Strassensanierung hatten wir am vergangenen Sonntag freie Sicht auf die kräftig in die Pedale tretenden Granfondo-TeilnehmerInnen. Wir bewunderten dabei allerdings nur ein paar wenige der über 2500.
Was das Landstück betrifft, das wir für die Sanierungsarbeiten an unsere Königin verkaufen mussten (Blog vom 14. April 2019): Her Majesty Elisabeth II. hat uns inzwischen dafür bezahlt. Zusätzlich zu den 1700 kanadischen Dollar erhielten wir nebst dem neuen Zaun auch den Granfondo-Aussichtspunkt.

Von der Strasse aus nicht zu sehen ist die sommerliche Blumenpracht in unserem Garten.

„The RipOff Artists“-Woche 2019, Schluss

Unsere RipOffs-Woche 2019 (die 13.!) zog wiederum eine erfreuliche Anzahl von interessierten Besucherinnen und Besuchern an, was zu lebhaften Gesprächen über Andy Warhol, Marilyn Monroe und unsere „Annäherungen“ an Warhols Werk führte. Ich liess mich für mein Mobile von seinem Bild „Twenty-five colored Marilyns“ von 1962 inspirieren. (Eben ging mir durch den Kopf, dass in diesem Jahr mein Erstling, die Erzählung „Die Gottesmaschine“, erschien.) Am vergangenen Samstag um 15 Uhr stellten wir uns mit unseren Arbeiten für das traditionelle Schlussbild auf.

Meine fünfundzwanzig Marilyns warten jetzt in meinem Atelier auf ihren zweiten Auftritt an der „Fall Art Show“ während des „Festival of the Grape“ Anfang Oktober in Oliver.

The RipOff Artists 2019

Vom kommenden Montag an ist es wieder soweit: Die RipOff Artists werden für eine Woche im Quail’s Nest Arts Centre in Oliver vor Publikum in verschiedenen Medien arbeiten. Unser Opfer ist dieses Jahr Andy Warhol mit seinen „Marilyn Monroes“. Als Vorarbeit – damit es bei der Eröffnung schon etwas Fertiges zu sehen gibt – liess jede(r) von uns sich von einem Selbstporträt des Künstlers inspirieren. Meine Fassung sieht so aus:

Naramata 2

Nein, dieses Foto zeigt keinen Bach in den Centovalli, sondern die Naramata Creek. Bachforellen sind hier nicht zu finden, dafür früh im Herbst Kokanee-Lachse, die aus dem Okanagan Lake bachaufwärts schwimmen, um hier zu laichen. Der See ist mit seiner Länge von 135 km (tiefste Stelle 232 m) der „Lago Maggiore“ des Tals. (Lago Maggiore: Länge 66 km, tiefste Stelle 372 m).

Blick von Naramata aus nach Norden.
Blick von Naramata aus nach Süden.

Naramata 1

Vor dem Museum.

Naramata liegt gut eineinhalb Autostunden von uns entfernt nördlich am Ostufer des Okanagan Lake. Hier genossen Marianne und ich drei Tage mit Spazieren, Wandern und mit Nachforschungen im Hinblick auf zwei Text-Projekte (ein Theaterstück und eine Erzählung in Briefform), für die ich schon vor sechs Jahren erste Notizen machte. Wie dieses wunderschön gelegene Dorf zu seinem wohlklingenden Namen kam (oder sollte ich besser schreiben: gekommen sein soll?), regt allein schon die Fantasie an.
1907 wurde die Frau des Postmeisters Gillespie, ein prominentes Medium der „American Spiritualistic Church“, während einer Séance in ihrem Haus vom Geist eines wichtigen Sioux-Häuptlings namens Big Moose erfüllt. Grosser Elch sprach in berührenden Worten von seiner innig geliebten verstorbenen Frau Nar-ra-mat-tah, was übersetzt „Manitous Lächeln“ bedeutet. John Moore Robinson, der Gründer des Dorfes, hatte zuerst an den Namen „Brighton Beach“ gedacht. „Aber nach Beratungen“, schrieb er zur Namengebung, „wurde beschlossen, auf die unnötigen Buchstaben zu verzichten und das Städtchen Naramata zu nennen.“
1948 bemerkte Frau G. Maisonville dazu, Frau Gillespie habe den Namen vielleicht aus ihrem Unterbewussten heraufgeholt. Ihr erster Mann sei nämlich aus Australien eingewandert, und dort bedeute das Wort Naramata in einem Dialekt der Ureinwohner „Wasserstelle“.
Quelle: Don Salting, Smile of Manitou, Skookum Publications, Penticton B.C., 1982.

Vor einer Wand der ehemaligen Werft.
Unser morgendlicher Wecker.

100 Erinnerungen zum Zweiten

Freunde aus Bosco Gurin schickten mir diesen Artikel aus der Tessiner Zeitung. „La canzone della valle – Das Lied des Tales“ heisst also das neue Centovalli-Stück. Geschrieben wurde es von Flavio Stroppini. Die Hauptrollen werden von Masha Dimitri und Marco Cupellari gespielt. Die Uraufführung findet am 20. Juli statt. Schöne Erinnerungen an die freundschaftliche Zusammenarbeit mit Dimitri steigen auf.

Im Gespräch, 2010
Nach der Uraufführung, 2012

Offene Werbung

Marianne hat mich beim Unterschreiben meines Vertrags für mein Jugendtheaterstück „Leo und Johanna“ (Theaterverlag Elgg) fotografiert. Es handelt sich um eine Liebesgeschichte in der Zeit von „Fake News“ und der Schliessung von mehr und mehr Grenzen für Flüchtlinge und Einwanderer.

Versteckte Werbung?

Vor diesem Stop-Zeichen halten wir an, bevor wir in die Talstrasse einbiegen. Es befindet sich neben einem Rebberg. Ob es sich um eine versteckte Werbung für Okanagan-Wein handelt? Von hier aus sind es jedenfalls nur wenige Autominuten Fahrt bis zu Kanadas „Weinhauptstadt“ Oliver…

Biologisch abbaubar

Vor Jahren erklärte uns ein Bekannter, nach den amerikanischen Umweltschutzbestimmungen gelte als biologisch abbaubar, was sich in fünfhundert Jahren vollständig auflöse, also auch die Autos und damit der umgebaute Schulbus, in dem er damals wohnte.
Etwa drei Autominuten von uns entfernt an der Talstrasse unten macht ein Hausbesitzer mit zunehmendem Erfolg entsprechende Versuche.