Der Saumpfad zu den Häusern meiner Grosseltern und Eltern im Weiler Remagliasco zweigt etwas westlich von Intragna von der Talstrasse ab und führt über den eindrücklichen 1578 gebauten und 1989 restaurierten Ponte Romano.

Die Brücke wölbt sich 26 Meter hoch über die Melezza. Sie wird von den Einheimischen oft auch als Ponte Nuovo bezeichnet. Offensichtlich gab es hier schon früher eine Brücke über den Fluss.

Als Viertklässler zeichnete ich den Ponte Romano 1954 so in mein Aufsatzheft:

Bevor sich der Saumpfad zur Brücke hinunter windet, führt er an einer Wegkapelle mit der Darstellung der Madonna di Re vorbei. Der Bildstock auf der Brücke ist dem Heiligen Nepomuk geweiht. Nach einem steilen Aufstieg steht linkerhand eine Wegkapelle, die mich mit ihrer drastischen Darstellung der Mater dolorosa tief beeindruckte.

Der Schmerz, den Maria über den gewaltsamen Tod ihres Sohnes empfindet, wird mit sieben Dolchen symbolisiert, die sich in ihr Herz bohren.
Wie anders hat Michelangelo Buonarotti mit seiner 1498 bis 1499 in einen Block aus Carrara-Marmor gehauenenen Skulptur „Pietà“ die Schmerzensmutter dargestellt.

Diese Aufnahme machte Marianne im Petersdom während unseres Rom-Aufenthalts im November 2017.
