Bärenferien

An den Aussenwänden von Tickleberry’s Laden und Cafeteria ist zu sehen, wie die Bären im Okanagan Valley ihre Sommerferien verbringen.

Sie unterscheiden sich dabei offenbar von anderen Touristinnen und Touristen vor allem dadurch, dass sie pelziger sind.

Wie sympathisch, dass der Bärengrossvater seinen Enkeln aus einem Buch vorliest.

Weil ich bisher an keinem See im Okanagan Valley eine entsprechende Strandszene fotografieren konnte, zeige ich hier ein weiteres Wandbild.

Die Werbung für Tickleberry’s Ice Cream ist nicht zu übersehen.

Vielleicht wäre es bei so viel Bärenidylle gut, wenn an der Ladentür deutlich sichtbar diese Warnung angebracht würde:

Auch wenn Bären sich oft vegetarisch ernähren, können sie bei einem unglücklichen Zusammentreffen einen Menschen schwer verletzen oder sogar töten.

Bärenbesuch

Jedes Jahr bekommen wir in unserer „Wildnis“ Bärenbesuch.

Vorgestern rief uns eine Nachbarin an: Ihr Hund habe einen Bären zu uns geschickt. Der erste Bär in diesem Jahr hatte uns in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai besucht und mich geweckt, als er auf unserer Porch erfolglos nach etwas Fressbarem suchte. Ich flackerte mit dem Licht neben unserem Eingang und öffnete vorsichtig die Haustür. Mit meiner Taschenlampe und einem leisen, aber bestimmten „Go!“ konnte ich ihn verjagen, ohne dabei Marianne zu wecken. Am nächsten Morgen entdeckte ihn Marianne hinter dem Atelier.

Bald sollte sich ein zweiter Schwarzbär zu ihm gesellen. Im Frühling, wenn bei uns noch keine Früchte und Trauben zu finden sind, müssen sich die Bären mit Gras und Balsam Root-Blättern begnügen.

Das Foto habe ich in der Aufregung etwas verwackelt. Im Pelz trägt der Bär Samenkapseln von Disteln mit sich.

Einverstanden, wir Menschen sind hier die Eindringlinge. Aber es ist auch für dich besser, wenn du dich vertreiben lässt.

Bei Tickleberry’s hatten vor Jahren unter Sonnenschirmen Glace schleckende Touristinnen und Touristen vor einer plötzlich mit zwei Jungen aufgetauchten Bärenmutter im Laden Zuflucht gesucht. Die Bären liessen sich nicht mit Lärm vertreiben und wurden schliesslich vom herbeigerufenen Conservation Officer erschossen.

„Unsere“ Kolibris

Seit dem 11. April suchen die Kolibris wieder die „Zuckerwasser-Tankstellen“ auf unserer Porch auf. Letztes Jahr kam der erste Kolibri am 10. April bei uns an.

Am 2. Mai nahm Kolibri-Spezialist Barry bei uns die Beringung der „Hummingbirds“ wieder auf. Das Foto zeigt ihn mit dem eingerichteten Fangnetz.

Im Jeep liegen die Messwerkzeuge  bereit.

Der erste Kolibri ist ein „recatch“. Barry trägt die Information, die ins winzige Ringlein eingraviert ist, in seine Liste ein, um später herausfinden zu können, wann und wo das Calliope-Männchen beringt wurde.

Das Vögelchen wird gemessen und gewogen.

Auf dem Rücken liegend kann es sich nicht bewegen. Es wiegt 2,5 Gramm.

Alles Fett wurde auf dem langen Flug von Mexiko zu uns ins Okanagan Valley aufgebraucht.

Barry legt den Kolibri in Mariannes Hand.

Von hier wird er steil in die Höhe schwirren.

Auch dieses 3 Gramm „schwere“ Rufous-Männchen wird im nächsten Augenblick aus Mariannes Hand auffliegen.

Wein abfüllen

Bevor ich mich in einem nächsten Beitrag wieder einmal „unseren“ Kolibris zuwende, möchte ich mit ein paar Fotos zeigen, wie Sohn Manuel und Enkel Raphael nicht nur beim Fischen, sondern auch beim Abfüllen unseres „Maréchal Foch 2020“ erfolgreich waren. Die Trauben hatte ich im Herbst 2020 im benachbarten biologisch gepflegten Rebberg von Schwager Hans und Schwägerin Christine gepflückt und dann bei uns vor dem Haus gepresst.

Hier bringt Manuel eine der drei Zehnliter-Gärflaschen aus dem Keller auf die Porch.

Die an den Trauben natürlich vorkommende Hefe hatte den Saft zum Gären gebracht. Seit der stürmischen Gärung ruhte der neue Wein auf der abgestorbenen Hefe. Sie wirkt konservierend, so dass ich die Flaschen vor dem Abfüllen nicht mit einer Schwefellösung ausspülen muss.

Eine alte Regel sagt hier, dass der Wein draussen nur in Monaten mit „r“ abgefüllt werden sollte, um so eine zu starke Erwärmung zu vermeiden.

Der Wein hat erfreulicherweise keine Fehler.

Die abgefüllten Flaschen werden von Raphael gekonnt verkorkt.

Welch ein Glück für Marianne und mich…

…dass wir dieses Jahr zwei so einsatzfreudige Helfer hatten!

Ripley Lake 2

Die Wanderung zum Ripley Lake hatte gezeigt, dass das schmale Strässchen bis zum See hinunter befahrbar ist. Manuel und Raphael beschlossen, trotz Kälte und Regen  mit unseren beiden aufblasbaren Kajaks noch einmal fischen zu gehen. Die folgenden drei Fotos wurden von Manuel aufgenommen.

Manuels Kajak liegt am Ufer bereit. Raphael ist schon davongepaddelt. Jetzt sitzt auch Manuel in seinem Boot.

Es ist so bitter kalt, dass sich Schneeflocken in den Regen mischen.

Zum Glück können sich die beiden unentwegten Fischer gut gegen Nässe und Kälte schützen. Nach mehreren Stunden kommen sie mit acht Forellen nach Hause!

Erfolgsgeheimnis: die künstlichen Fliegen, die Raphael hergestellt hat.

Am nächsten Tag trockneten die Kajaks vor dem Haus an der Sonne…

… und warten jetzt im Keller unten auf ihren nächsten Einsatz.

Ripley Lake 1

Für die erste längere Frühlingswanderung fuhren wir zuerst in die etwas südlich von uns gelegenen Hügel hinauf und wanderten dort vom Madden Lake…

…. zum Ripley Lake.

Während hoch oben über uns die grössten Kranichschwärme, die wir je gesehen hatten, nordwärts flogen, umgaukelten uns Mourning Cloaks, die als Schmetterlinge überwintert hatten („Trauermäntel“, Nymphalis antiopa: Flügelspannweite 50 – 80 mm; Foto Manuel Hutterli).

In ihren Rucksäcken trugen unser Sohn Manuel und unser Enkel Raphael ihre Fischruten. Auf dem nächsten Foto schaut Marianne auf dem Bootssteg Manuel beim Fischen zu.

Raphael stand in seinen neuen Fischerstiefeln im See.

Zwei Forellen (die erste hier von Manuel am Seeufer fotografiert) wurden von Manuel gefangen.

Raphael bereicherte unser Abendessen mit zwei weiteren Exemplaren.

Als Köder hatten die beiden erfolgreichen Fischer Regenwürmer aus unserem Komposthaufen verwendet.

Blick in die Vergangenheit

Die scharfe Kurve am Vaseux Lake liegt etwa fünfzehn Autominuten von uns entfernt.

1911 sah die Strasse hier spektakulärer aus.

Ein Gedankensprung bringt mich in die Centovalli, wo zusätzlich zur engen und kurvenreichen Strasse auch eine Bahnlinie durchs Tal führt. Die  Schmalspurbahn wurde am 25. November 1923 eröffnet. Das Foto von Raphael Hutterli zeigt Bahnlinie und Strasse unterhalb Corcapolo.

Auf einer um 1920 entstandenen Aufnahme ist das kühnste Viadukt der „Centovallina“  noch im Bau zu sehen.

Es überspannt die Talstrasse, die 1890 bis zum Grenzort Camedo führte.

Jubiläumsbuch

Das Buch „One Hundred x One Hundred“ hätte auf Weihnachten hin erscheinen sollen. Schwierigkeiten mit der Papierlieferung verzögerten den Druck, aber das Warten lohnte sich.

In enger Zusammenarbeit mit der Osoyoos Indian Band entstand ein reich illustriertes Buch, das auf 95 Seiten die zehntausend Jahre der indianischen Präsenz in diesem Tal und die hundert Jahre des Städtchens Oliver feiert.

Eingeleitet wird das Buch mit einem Zitat aus der Hymne der Okanagan syilx Nation.

Dann wird als Motto daran erinnert, dass Oliver dank eines grossen Bewässerungsprojekts entstand und von einem sonnigen Klima profitiert.

Die Rückseite des Buches zeigt das Städtchen, dessen Einwohnerzahl letztes Jahr auf über 5000 anstieg.

Die Hügelzüge im Hintergrund befinden sich auf dem Reservat der Osoyoos Indian Band.

Mehr Frühlingszeichen

Um unser Haus und Atelier herum sind es die glänzend gelben „Buttercups“, die den Frühling ankünden.

Dann läuten ihn die „Yellow Bells“ ein.

Den „Arrow-leaved Balsamroots“ kann man beim Wachsen richtig zusehen.

Der Kaktus saugt sich wieder mit Wasserreserven voll.

Vor dem Haus blühen die ersten Aprilglöckchen.

Und neben dem Atelier…

… steht das Bistro-Tischchen für sonnige Tage bereit.

Frühlingsanfang

Ein sicheres Zeichen dafür, dass es Frühling wird, ist die Ankunft der Bluebirds.

Vern Johnson, hier auf einem Foto von 1996, sind die vielen Bluebird-Nistkästen um den Rattlesnake Lake herum zu verdanken.

Von ihm übernahmen wir die Aufgabe, die Kästen im Frühling zu säubern, mit frischen Zedernspänen zu „polstern“ und, falls die Bären sie beschädigt hatten, zu flicken oder durch neue zu ersetzen. Diese Aufgabe hat dieses Jahr ein jüngeres Team übernommen. Marianne und ich betreuen jetzt noch die Kästen, die wir auf unserem Land und um den Rebberg unserer Verwandten herum eingerichtet haben.

Nicht alle Kästen sind so leicht erreichbar.

Marianne schützt sich mit einer Maske vor dem Neststaub.

Die Zedernspäne dienen nicht nur als weiche Unterlage für das Nest…

…sie halten mit ihrem Duft auch Ungeziefer fern.