Rost

In der feucht-kalten Werkstatt meines Grossvaters in den Centovalli gab es viel Rost an altem Werkzeug, an einem uralten Steigbügel zum Beispiel und an Kaminfeger- Kratzeisen. In meinen Augen machte der Rost diese Gegenstände „altehrwürdig“.

Diese Raspel wurde vor langer Zeit von früheren Besitzern unseres Centovalli-Maiensässes gebraucht. Sie hat mich als Erinnerungsstück nach Kanada begleitet.

Beim ersten Objekt für mein Installationsprojekt „Das Museum unbekannter Kulturen“ spielt der Rost eine wichtige Rolle.

Der Text stammt vom Künstler Glenn Clark, der 2016 in der „Penticton Art Gallery“ als Kurator meine Ausstellung gestaltete.

Neben meinem Atelier darf dieses „Neptun-Altärchen“ weiterrosten.

Zum Schluss ein Blick auf das Kulturzentrum der Osoyoos Indian Band.

Hier ist der „Edelrost“ des Schiebetors als architektonisches Gestaltungselement eingesetzt.

Weitere Entdeckungen

Heute möchte ich ein paar weitere Entdeckungen zeigen, die wir in letzter Zeit auf unseren Spaziergängen am Fluss unten und in der Umgebung des Tuc-El-Nuit Lake machten.

Entschieden keine Covid-19-Schutzmaske! Hat sie eine „Ausserirdische“ hier deponiert? Und woher kommen die Flamingos?

Eindrücklich sind die beiden Pferdeskulpturen beim „Red Horses Vineyard“.

Hier das „Porträt“ des zweiten Pferdes.

Keine Neuentdeckung, sondern alte Bekannte sind die von Thomas Born gestalteten Figuren.

Auge in Auge mit den beiden…

… und ein Blick auf den angebotenen Apfel.

Die Aufnahme kündet  meinen nächsten Beitrag an: ROST.

Kleine Entdeckungen

Auf den Spaziergängen in unserer Umgebung und am Fluss unten entdeckten wir Vogelhäuschen der besonderen Art. Das verwitterte Exemplar, das ich schon in einem früheren Beitrag vorgestellt habe, nahm ich diesmal „frontal“ auf.

Nicht weit davon ladet ein anderes Häuschen zum Nisten ein.

Am Fluss unten fallen zwei „architektonische“ Lösungen auf – ein eher „klassisches“ Einfamilienhäuschen…

…und ein von einer Lokomotive inspirierter Design.

Eine andere Konstruktion hingegen fügt sich von Form und Material her so gut in ihre Umgebung ein, dass sie nicht leicht zu entdecken ist.

Nicht zu übersehen ist in der Busch-Wildnis diese Vogelfutter-Ente.

Ich zweifle daran, dass hier regelmässig Körnchen nachgefüllt werden.

Seespiegel-Spiegeleien

Obwohl das South Okanagan als Halbwüste bezeichnet wird, haben wir in unserer Umgebung viele Seen und Seelein. In den Hügeln oben sind sie noch zugefroren.

Im Tal blieb die dünne Eisschicht auf den Seen in diesem Winter jeweils nur für kurze Zeit. Das Foto zeigt den Skaha Lake von Okanagan Falls aus.

Hinter dem näher bei uns gelegenen Vaseux Lake erhebt sich der Nçaylintn-Bluff (ausgesprochen: Ny-lin-tin, übersetzt: Geschichtenerzähler).

Der Tuc-El-Nuit Lake bei Oliver ist von Häusern mit ihren Gärten und von zwei Camping-Plätzen gesäumt.

Zum Glück ist der Strand im Rotary Park für alle zugänglich geblieben!

„Covid-19 Mail Art“

„Die Penticton Art Gallery anerkennt, dass das Land, auf dem wir zusammenkommen, nicht abgetretenes Territorium der Sylix (Okanagan) – Stämme ist.“

Das Foto zeigt Marianne beim Betrachten der „Covid-19 Mail Art“-Ausstellung.

Seit dem Schluss der Ausstellung warten die von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt eingeschickten Beiträge versandbereit im grossen Arbeits-und Lagerraum der Public Art Gallery. Bisher geplant sind Ausstellungen in Berlin und in Frankreich.

Auch meine „Farben vor und während der Covid-19-Pandemie“ sind mit einer Plastikhülle geschützt.

Besucherinnen und Besucher in Europa werden wohl staunen, dass die Ausstellung vom Team eines kleinen (aber feinen!) kanadischen Kunstmuseums ausgelöst und zusammengestellt wurde, das sich auf nicht abgetretenem indianischem Territorium befindet. Im Zusammenhang mit der kolonialen Vergangenheit Kanadas gibt es im Hinblick auf die angestrebte offizielle Versöhnung mit den First Nations noch manches Hindernis aus dem Weg zu räumen!

Ein Herz für Drachen

Unsere Tochter Priska schenkte mir vor Jahrzehnten eine Tasse, aus der ich seither meinen Morgentee trinke.

Einem Artikel in den „Penticton Western News“ entnahm ich, dass in der Stadt zwei vernachlässigte Drachen auf einem Dach gelandet waren.

In Penticton hatte sich eine Gruppe von Geschäftsleuten, die ein Herz für Drachen haben, zusammengefunden, um zwei Drachen ins Leben zurückzuholen. Die beiden eindrücklichen Exemplare waren mit abgebrochenen Flügeln und Hörnern in einem „Drachenfriedhof“ – wie die Drachenfreunde erklärten – im Norden des Tales gelandet. Ein Karosserie-Spengler sorgte dafür, dass die Flügel und Hörner wieder an ihren Platz kamen, und ein Tätowierer übernahm die fachgerechte Restaurierung der Drachenhaut.

Ein Kran-Team hievte die „sagenhaften Biester“ auf das Dach von „Skytouch Flooring“. Von hier aus können sie zwar nicht in den Himmel aufsteigen; aber sie dürfen ihn immerhin berühren.

Hier geniesst auch der zweite Drache die Abendsonne.

Spuren

Neben den Spuren unserer Winterreifen wirken Waschbärspuren deutlich zierlicher.

Noch zierlicher sind die Spuren der California Quails (Wachteln).

Im  Spurengewirr von und zum Atelier sind neben meiner eigenen Spur (kanadische Schuhnummer 13, europäische 46) Hirsch- und Waschbärenspuren zu entdecken.

Hier verraten die Spuren, dass sich ein Hirsch fürs Vogelfutter interessierte.

Schaden behoben.

Beim kleinen Stausee unserer Verwandten entdeckten wir diese geheimnisvollen Spuren:

Ob sie von einem kleinen Drachen stammen?

Oregon-grapes: Rückblick und Ausblick

Um unser Haus und Atelier herum und auf unseren Spaziergängen begleiteten uns die Oregon-grape-Büsche durch die Jahreszeiten, hier winterlich verschneit bei unserem Haus.

Am Okanagan River unten leuchteten im Herbst neben und hinter den blauen Beeren die Blätterflämmchen der Sumac-Büsche (Essigbaum).

Im Sommer reiften hinter dem Atelier die Beeren an einem kleinen Strauch mit attraktiv verfärbten Blättern.

Das folgende Foto zeigt ausgereifte Beeren am Okanagan River. Sie sind essbar, aber sehr sauer.

Die gelben Blüten dufteten im Frühling wie süssherber Honig.

Mit diesem Foto verwandelt sich der Rückblick 2020 in einen Ausblick auf den Frühling 2021.

Alles Gute!

Bei uns sieht es im Augenblick (noch?) nach „White Christmas“ aus.

Einen Weihnachtskaktus-Blütengruss aus unserer Wohnküche verbinde ich mit meinen besten Wünschen für die Festtage.

Mit einem Foto, das den Weg zum White Lake zeigt, wünsche ich alles Gute für 2021.

Zu diesem nahen „Salzsee“ – ausgetrocknet ist er im Sommer dank der zurückgebliebenen Salzkruste weiss – fuhren wir in diesem Covid-19-Jahr besonders gern, weil wir dort meist die einzigen Spaziergänger waren.

Ruinen 2

Als Kind stieg ich oft von unserem Ferienhaus in den Centovalli zum verlassenen Weiler Maia hinauf.

In meiner Phantasie verwandelten sich die Ruinen in eine vom Dschungel überwachsene Maya-Stadt.

Als „Archäologe“ fand ich manchmal in den Maulwurfshaufen auf den vorgelagerten  breiten Terrassen kleine Scherben und Metallstücke. Die „Sammlung“ hat mich nach Kanada begleitet. Ich hatte sie mit dem „offiziellen“ Namen Maglia beschriftet, weil der Weiler so in meinem alten „Atlante topografico Siegfried, Foglio No. 514 Locarno“ eingetragen war.

In der Phantasie des Herausgebers der Geschichten-Anthologie „Sie hat es ihm angetan“ verwandelte sich 2006 mein Lebenslauf. Zu meinem Beitrag „Amörchen rettet keimende Liebe“ ist dort u. a. zu lesen: Kurt Hutterli, 1944 in British Columbia, Kanada, geboren, Schriftsteller und Künstler… Womit ich mir eine Kindheit im Städtchen Oliver B.C. im Okanagan Valley erfinden kann.

Sicher hätte man mich da oft in der Goldgräber-„Ghost-Town“ von Orofino in den Hügeln westlich von Oliver B.C. antreffen können.