Sternverbindung

Nachdem ich meinen letzten Beitrag mit einem Foto unserer auf dem Dach installierten Satellitenschüssel einleitete, zeige ich hier jetzt das Teleskop, das Sohn Manuel uns schenkte, damit wir in die weiteste Ferne blicken können. Es ergänzt unseren  grossen astronomischen Feldstecher und ein Fernrohr, das wir vor allem für die Beobachtung von Vögeln kauften. Dieses „Fieldscope“ bringt auch den Mond so nahe, dass die Krater deutlich sichtbar werden. Als ich kürzlich mit meiner kleinen Kamera durch das „Fieldscope“ fotografierte, stellte ich fest, dass sich der Mond in ein Gestirn der besonderen Art verwandelt hatte.

Auch wenn der Nachthimmel über uns für die Sternbeobachtung wunderbar dunkel ist, entsprechende Fotos können wir mit unseren Kameras nicht machen. So bat ich Manuel, mir für diesen Beitrag zwei seiner Aufnahmen per Satelliten-Fernverbindung zu schicken. Die erste zeigt die Milchstrasse über der Bütschelegg im Kanton Bern.

Das zweite Foto nahm Manuel  in den Centovalli auf.

Fernverbindung

Diese „Schüssel“ verbindet uns über einen chinesischen Satelliten mit dem Internet und stellt, zusammen mit dem Telefon, die Verbindungen her, die in der Zeit der Covid-19-bedingten „Selbstverinselung“ besonders wichtig sind. Auf dem folgenden Foto sieht und hört sich Marianne eine Privatlektion ihrer Geigenlehrerin an:

Über „Zoom“ trafen sich die „RipOff Artists“ (Blog-Beiträge vom 29. Juni und 10. Juli 2019) kürzlich zur Besprechung ihrer RipOff-Woche 2020, die in „virtueller“ Form stattfinden soll. Ein paar Tage später versammelte sich, ebenfalls über „Zoom“, das kanadische Parlament unter dem Vorsitz von Premierminister Justin Trudeau. Dank der „Schüssel“ auf unserem Dach finden auch immer wieder erfreuliche Überraschungen aus der Schweiz den Weg zu uns, hier zum Beispiel einer der Fische, die Enkel Raphael in der Umgebung von Bern fing:

Alet aus der Gürbe

In Gedanken konnten wir uns dann mit an den Tisch setzen, auf dem Raphael die als „Tätschli“ zubereiteten Fische servierte. Hier sein Rezept (am Telefon diktiert): 1) Filetierte Fische (Rückgrat entfernt, Gräte noch vorhanden) mit Zitronensaft beträufeln, um die Gräte aufzulösen. 2) Altes Brot in Milch einlegen, Brot auspressen. 3)  Die mit Salz und Pfeffer gewürzten Fische mit dem Brot und etwas Zwiebeln durch den Fleischwolf drehen. 4) Ein Ei (Eiweiss und Eigelb) in die klebrige Masse kneten. 5) Kleine Kugeln formen und panieren. 5) Kugeln in der Bratpfanne im heissen Öl flach drücken und beidseitig braten.

Sieht doch ausgesprochen lecker aus!

Im Bach, der unser Grundstück im Süden begrenzt, leben keine FIsche. Doch als ich dort vor ein paar Tagen ein paar Fotos machte, stiegen in mir trotzdem schöne Erinnerungen an das gemeinsame Fischen in mehreren Seen in unserem Tal auf. Sohn Manuel und Sohnessohn Raphael waren dabei immer wieder erfolgreich  (Blog-Beitrag „Anglerglück“ vom 21. Oktober 2018). Ich machte mich, nach erfolglosen Versuchen, jeweils als Assistent nützlich.

King Spring

Blühende Saskatoon-Berry-Sträucher vor unserem Haus.

In einer Zeit der geschlossenen Kinos, Konzertsäle und Theater geniessen wir es ganz besonders, dass König Frühling auch ums Haus und Atelier herum und bei unserem Briefkasten an der Strasse unten in vollem Ornat auftritt, von Vogelgesang und Blütenduft begleitet.

Oregon-Grape-Blüten hinter dem Haus

Auch Okanagan Frühlingssonnenblumen leuchten überall, hier bei meinem Atelier:

Ihre Blütenpracht in der Nähe unseres Briefkastens lässt sich am besten mit dem Wort einfangen, das der Vater unserer Freundin Brita dafür prägte: „Sonnenrausch“.

Und manchmal können wir hinter dem Atelier einen spektakulären Abendhimmel geniessen.

„Inselnest“

Das aktuelle Foto zeigt unser hinter Bäumen verstecktes „Inselnest“ mit frisch erblühten Saskatoon-Berry-Sträuchern im Vordergrund. Das Wort entnehme ich einer E-Mail, die unsere Freundin Brita von ihrer Schwester Lennor aus Victoria, Vancouver Island, erhielt: „From Inselnest where flowers bloom and thoughts grow.“ Es passt so gut zur Covid-19-bedingten „Selbstverinselung“ und führt mich zurück zur Reinigung unserer Bluebird-Kästen (Blog-Beiträge vom  14. und 29. März 2020). Während die Vögel wieder am Nisten sind, hier das Foto eines im letzten Jahr von Bluebirds gebauten Nests:

Es sieht komfortabel aus, allerdings nicht ganz so flauschig wie das Nest von Meisen, die sich in eine Bluebird-Box „eingemietet“ hatten:

Eher spartanisch mutet das Nest eines Zaunkönig-Pärchens an. Die jungen Prinzesschen und Prinzchen werden da nicht verwöhnt.

Zum Schluss das Foto eines Meisenhaus-Luxusmodells. Es befindet sich in unserer näheren Umgebung, wird aber nicht von uns betreut.

Von und zu unserer „Insel“: Schmetterlinge

Schwiegertochter Regine schickte zu unserer grossen Freude die prächtigen „Farfalle colorate“, die Enkelin Sonja kreiert hatte (Randenpüree fürs Rot, Kurkuma fürs Gelb),  auf den weiten Weg von Bern zu uns.

Eine nicht ganz so lange Strecke (aber immerhin!) fliegen die Monarch-Schmettterlinge aus  Mexiko. Leider sehen wir sie nur selten, wenn sie im Frühsommer an den stark duftenden Milkweed-Blüten vor unserem Haus „nippen“.

Mit Aprilglockengeläut aus unserem Garten

und dem Leuchten von Okanagan Frühlingssonnenblumen neben meinem Atelier

schicke ich herzliche Ostergrüsse in die Weite…

Von und zu unserer „Insel“ 2

Nach einem kurzen Training paddelten Tochter Priska

und Schwiegersohn Ronny

heute im Kanu von ihrem Garten aus (mit dem nötigen durstlöschenden Proviant versehen…) zu unserer grossen Freude aus der Schweiz zu uns ins Okanagan Valley.

Von und zu unserer „Insel“

Welch ein Glück, dass wir in einer Zeit der „Selbstverinselung“ dank Telefon und E-Mail unsere Familie, unsere Freunde und Bekannten immer wieder ganz nahe haben! Hier telefoniert Marianne mit Enkel Raphael, der ihr das Spiel „Clash of Clans“ in alle Einzelheiten erklärt.

Warum Bluebird-Kästen?

Dieses Foto nahm Marianne beim Morgenessen auf. Titel: „Kurts Vogel“. In einer Zeit der Covid-19 – „self isolation“ sind wir mit unserem grossen Umschwung, der an ein Naturreservat grenzt, sehr privilegiert. Wir können uns so oft und so lange wir wollen draussen aufhalten, spazieren, im Garten arbeiten.

Heute möchte ich an meinen Beitrag vom 14. März im Zusammenhang mit den Bluebird-Nistkästen anknüpfen. Bei uns kommen der Western Bluebird (im Bestimmungsbuch oben rechts) und, seltener, der Mountain Bluebird vor, Zugvögel, die den Winter in Arizona und Mexiko verbringen. Waldbrände und das Fällen von toten Bäumen führten dazu, dass die Bluebirds immer weniger natürliche Bruthöhlen fanden. Wichtig für sie sind vor allem verlassene Spechtlöcher.

Mit dem Einrichten von Nistkästen gelang es Naturfreunden in Kanada und in den USA, die prächtig blauen Vögel vor dem Aussterben zu bewahren.

Die nach der Reinigung in die Kästen gestreuten Zedernholzspäne halten Ungeziefer ab.

Nostalgischer Anstrich

Als ich „Seven Colours Playing Together“ malte, war Covid-19 noch kein Thema. Unbeschwert liess ich die Farben miteinander spielen. Das Bild wurde in die Ausstellung „Abstracted Ideas“ im „Shatford Centre for Arts and Culture“ in Penticton aufgenommen. Seit  dem 19. März hängt es jetzt dort hinter verschlossenen Türen: „The doors will remain locked until further notice.“

In einer Zeit, in der „social distancing“ angesagt ist, bekommt es für mich mit seiner frohen Verspieltheit einen nostalgischen Anstrich. Ich müsste die Farben jetzt so weit voneinander entfernt malen, dass sie sich nicht mit ihren farbigen Tupfen gegenseitig infizieren könnten.

Warnungen und Verbote

Hier wird vor Bären gewarnt, vor allem auch vor dem elektrischen Zaun, der sie von einem riesigen Rebberg fernhalten soll. Und vor „Poison Ivy“, einer Pflanze, die bei Berührung schmerzhafte brandwundenähnliche Hautschäden verursachen kann. Die Tafeln stehen am Anfang des Pfades, der uns am letzten Sonntag zu den siebzehn Bluebird-Kästen hinaufführte, die wir jeden Frühling vor Ankunft der Vögel reinigen.

Das Halstuch schützt mich vor dem Neststaub. Ich werde in einem nächsten Beitrag auf unseren Putzeinsatz zurückkommen.

Von dramatischen Schutzmassnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus Covid-19 sprach heute an einer Pressekonferenz Premierminister Trudeau, der sich mit seinen Kindern zu Hause in „Selfisolation“ befindet. Seine Frau Sophie wurde an einem Treffen in London mit dem Virus angesteckt. Sie befindet sich, ebenfalls zu Hause, in Quarantäne. Ihre Symptome seien „mild“. Flüge nach Europa sollen nur noch im Notfall unternommen werden. Der Flugbetrieb werde zur besseren Kontrolle auf wenige kanadische Flughäfen beschränkt. British Columbia schottete sich schon gestern ab. Selbst  kurze Einkaufsfahrten über die Grenze in die USA sind untersagt. Schweren Herzens annulierten Marianne und ich unsere Reise in die Schweiz und damit auch die Buchvernissage für „Pflaumengestirn und Hasenpfeffer“.

Über Nacht hatte um unser Haus herum ein stürmischer Wind den Schnee an die Stämme der Ponderosa-Kiefern getrieben.

Das Bild erinnerte uns an den Winter 1980/81, den  wir in Finnland verbracht hatten. Ich schrieb damals das Gedicht Signalisierung, das ich zum Schluss aus „Pflaumengestirn und Hasenpfeffer“ zitiere:

Der Schneesturm zieht / an den Kiefernstämmen / weisse Mittellinien: / Überholen beim Klettern / bis auf weiteres / verboten.