Winterschlaf 2

Die Schulbusse sind nach einem kurzen Winterferienschlaf längst wieder im Einsatz, auch bei minus 18 Grad Celsius wie heute Morgen. Bis in den März hinein dürfen die Zeltplätze und RV Parks schlafen.

Auch der beliebte Glace-, Süssigkeiten- und Geschenkladen „Tickleberry’s“ im benachbarten Okanagan Falls wird erst Anfang März aus seinem Winterschlaf erwachen.

Winterschlaf 1

„The Elephant“

Wo „unsere“ Bären ihren Winterschlaf verbringen, wissen wir nicht. Vielleicht in Höhlen am felsigen Hügel, den wir von unserem Haus aus sehen und „The Elephant“ nennen, weil er an einen schlafenden Elefanten erinnert. Vielleicht schlafen sie wie die Klapperschlangen auch unter Felsen über dem Rattlesnake Lake, der sich in der Nähe des „Elefanten“ befindet.

Rattlesnake Lake

Was die Kakteen neben unserem Haus betrifft: Sie überwintern mit hängenden Armen.

Alles Gute für die Festtage und 2020!

Mit einer Tannenbaumkugel, die im benachbarten Naturreservat das ganze Jahr durch Weihnachten feiert, und einer Weihnachtskaktusblüte aus unserer Küche wünsche ich frohe Weihnachten.

Und mit dem bunten Vogel, der neben unserem Badezimmerspiegel auch an einem dunklen Wintermorgen das Gemüt erheitert, wünsche ich alles Gute im 2020!

„Knochenarbeit“

Ein Saurier bewacht den Eingang zum Royal Tyrrell Museum

An den eindrücklichen Rekonstruktionen  in der Eingangshalle vorbei führt der Museumsrundgang auch zu mehreren vollständigen Saurierskeletten.

Fotografieren ohne Blitz ist erlaubt.

Für das Publikum sichtbar wird während Jahren an einzelnen Fundstücken minutiöse „Knochenarbeit“ geleistet. Sorgfältig werden die fossilisierten Knochen aus dem Stein gelöst, konserviert und erforscht.

Für die so immer noch wachsende Sammlung werden zusätzliche Aufbewahrungs- und Ausstellungsräume gebaut.

Und diese Tafel gibt etwas Lebensweisheit mit auf den Weg:

Andere Dimensionen 3

Statt Gartenzwerge – auf dem Foto ist ein Exemplar in einer meiner „Archaeological Sites“-Installationen zu sehen – gibt es in Drumheller Gartensaurier zu bewundern.

Das Exemplar mit „Rückenflammen“ ist besonders imposant:

Und Gartensaurier Nummer drei wirkt richtig munter:

Andere Dimensionen 2

Nachdem wir Calgary erkundet hatten, fuhren wir mit Tochter Priska und ihrem Partner Ronny nach Drumheller. Auf dem Weg machten wir Halt am Horseshoe Canyon, wo – wie an anderen Stellen in der Umgebung von Drumheller  – viele Fossilien gefunden wurden und noch immer gefunden werden.

Die fossilen Farnblättchen, die wir etwa zwanzig Autominuten von unserem Haus entfernt sammeln können, nehmen sich neben den Drumheller-Fundstücken höchst bescheiden aus.

Vom Tourismus her lebt Drumheller von den Sauriern.

Auch wenn diese „faszinierenden Urviecher“ (Artikel im Magazin „Der Spiegel“) nicht ganz so gross waren wie die „Rekonstruktion“ vor dem Visitor Centre und statt einer Treppe in ihrem Innern ein Knochengerüst hatten: Manche Saurierarten waren wirklich sehr gross. Marianne steht hier neben den Hinterbeinknochen eines Camarasaurus.

Um meinen Satz, Drumheller lebe touristisch von den Sauriern, zu präzisieren: Das Städtchen lebt dank seines weltberühmten Museums von Saurierknochen.

„Global Climate Strike“

Bevor ich mich mit „Andere Dimensionen 2“ den Sauriern in Alberta zuwende (sie sind offenbar eines für sie katastrophalen Klimawechsels wegen ausgestorben…), hier zwei Fotos im Zusammenhang mit der gestrigen „Global Climate Strike“-Demonstration vor der City Hall in Penticton. Für mein Poster fotografierte ich meine von Edvard Munchs Bild „Der Schrei“ inspirierte Installation „Something Went Wrong“.

Das zweite Foto zeigt mein Poster im Einsatz. Unser kanadisch-mexikanischer Künstlerfreund Norberto hält mir seine brennende Welt vors Gesicht.

Andere Dimensionen 1

Unsere Reise in die Nachbarprovinz Alberta führte uns zuerst nach Calgary, wo wir unsere Nichte Raffaele mit Familie trafen. Zusammen erkundeten wir bei minus 17 Grad Celsius die Grossstadt mit den Augen von Menschen, die – sei es in Oliver B.C. oder in Drayton Valley, Alberta – an den Anblick von bescheideneren Gebäuden gewöhnt sind.

Auch die öffentliche Bibliothek von Calgary setzt da ganz andere Massstäbe.

Natürlich beeindruckte uns diese grosszügige Architektur, was uns aber nicht daran hindert, uns in Oliver über unsere kompetent und freundlich geführte Gemeindebibliothek zu freuen. Die Ausleihe ist kostenlos. Die Bibliothek wird über die Steuern finanziert.

Finnland-Gedichte

Nach unserer Reise in die Nachbarprovinz Alberta – davon wird in den nächsten  Beiträgen die Rede sein – brachte uns die Post ein Belegexemplar des eben in Deutschland im Heiner Labonde Verlag erschienenen Buches „Die Nadelwälder dunkeln fort im Osten – Deutschsprachige Gedichte über Finnland und die Finnen“. (ISBN 978-3-937507-78-1). Es enthält auch drei meiner eigenen Finnland-Gedichte. Zusammengestellt und mit einem sachkundigen Vorwort versehen wurde die reichhaltige, sorgfältig gestaltete Anthologie von Volker Pirsich.

Ein Lesegenuss für alle deutschsprachigen Freundinnen und Freunde Finnlands! Bei Marianne und mir löst der Band viele Erinnerungen an unsere Aufenthalte in Finnland aus.

Wenn ich im Wohnzimmer von meinem Leseschaukelstuhl aufschaue, fällt mein Blick auf das Bild, das Marianne 1980 in einem mit Ästen improvisierten Rahmen webte. Es zeigt unsere Wäscheleine neben dem alten Schulhaus des Dörfchens Vassor bei Vaasa, in dem wir damals ein Jahr lang wohnten. Als wir dort dreizehn Jahre später ein paar Ferienwochen verbrachten, waren die russischen Wäscheklammern aus Holz, die wir am Draht zwischen den Kiefern zurückgelassen hatten, grau verwittert und von krausen Flechten überwachsen.

KINOSESSEL

Vor Jahren half ich als damaliges Vorstandsmitglied der Oliver Heritage Society beim Räumen des Museumskellers mit. Dabei stiessen wir auf vier verstaubte, von Spinnweben überzogene Sessel aus dem 1946 erbauten Oliver Movie Theatre. Das Aufräumen inspirierte mich zu meinem Jugendtheaterstück „Das Museumsgespenst“: Zwei Schülerinnen der elften Klasse erleben als Aushilfen im Museum eine turbulente Zeit. Zusammen mit dem Museumsdirektor Brian Greenwood gestalten sie eine kleine Sonderausstellung zur Geschichte des Kinosaals von Oliver und richten die alten Sessel als Blickfang ein.

BRIAN: Irgendwie werden wir einen Platz für die vier alten Kinosessel finden. Oder wenigstens für zwei davon. TERRY: Sie sind echt cool. Meine Eltern erinnern sich noch, wie aufgeregt sie waren, als sie zum ersten Mal zusammen ins Kino gingen. MIRANDA: Vielleicht gaben sie sich gerade in diesen Sesseln zum ersten Mal einen Kuss. Mega romantisch! BRIAN (lacht): Wir könnten dann ein entsprechendes Schildchen anbringen.

Seit zwei Jahren sind die Sessel jetzt wirklich Teil der ständigen  Ausstellung.  

Heute Abend werden wir uns mit Tochter Priska und Partner Ronny, die bei uns zu Besuch sind, im Oliver Movie Theatre den im Rahmen unseres „Movie Clubs“ gezeigten Film   „The Farewell“  anschauen.