„Hasenpfeffer“

Dieser „Pfefferhase“ haftet mit einem Magnet an unserer Kühlschranktür.

Auf die Ankündigung von „Pflaumengestirn und Hasenpfeffer“ hin bekam ich von Freund François (er ist im Gegensatz zu uns ein konsequenter Vegetarier) eine Mail. (Ich sehe, wie ihm beim Schreiben der Schalk im Nacken sass.)

„Ich freue mich auf Deine Gedichte, obwohl, ein bisschen bange ist mir schon, wenn es um Hasenpfeffer geht. Was machst Du da für krumme Touren?“

Um die Bedenken von Vegetarierinnen und Vegetariern im Hinblick auf diese Lektüre zu zerstreuen, zitiere ich hier das 1980 in Vassor, Finnland, entstandene Gedicht, das zum zweiten Teil des Buchtitels führte:

Hasenpfeffer

Die Kinder / füllen den rötlichen Sand / in dürre Kerbelstengel, / streuen ihn / auf dem Heimweg / als Pfeffer aufs Moos und / in die Beerenstauden: / damit die Hasen / dann niesen müssten.

Zum Schluss ein Foto, das ich bei unserem Haus aufnahm: Der Osterhase ist im Okanagan Valley ein „Mountain Cottontail“, also ein „Bergbaumwollschwanz“. Mit seinem lateinischen Namen heisst er „Sylvilagus nuttallii“.

„Pflaumengestirn und Hasenpfeffer“

Marianne präsentiert das erste bei uns angekommene Exemplar von „Pflaumengestirn und Hasenpfeffer“. Das im Münster Verlag Basel erschienene Buch enthält Gedichte, die ich von 1968 bis 2019 schrieb.

Verantwortlich für die ansprechende Gestaltung des Gedichtbands sind Verleger Manfred Hiefner, Basel; Graphiker Stephan Cuber, Bern (Umschlag); Christoph Krokauer, Würzburg (Gestaltung und Satz).

Reconciliation – wie weiter? (2)

Auf meinen Beitrag vom 14. Februar hin bekamen wir von unseren Freunden Peter und Karin aus der Schweiz eine schön bebilderte Mail: „Herzlichen Dank für deinen letzten Beitrag! Nachdem wir uns oft im Gebiet der Wet’suwet’en aufgehalten haben und auch immer wieder guten Kontakt zu ihren Angehörigen gehabt haben, fühlen wir uns direkt betroffen von dem Aufruf. Wir haben uns dort immer sehr wohl gefühlt. Wir hoffen, dass die Proteste doch etwas bewirken können. In der Beilage ein paar Bilder aus dieser Gegend.“

Bulkley River bei Moricetown

Ich bin Peter dankbar dafür, dass ich einige seiner Fotos in meinen heutigen Beitrag einfügen darf.

Beim Fischen im Bulkley Canyon

Marianne und ich kennen das Gebiet der Wet’suwet’en Nation nicht aus eigener Anschauung. Die nächste  Aufnahme gewährt  einen Blick in eine Fischräucherkammer.

Ein idyllisches Foto spare ich auf, um es als kleines Hoffnungszeichen an den Schluss der neusten Meldungen zu setzen, die von der andauernden Auseinandersetzung um den Bau der Gaspipeline durch das Territorium der Wet’suwet’en berichten.

Nach einem Treffen von fünf Hereditary Chiefs der Wet’suwet’en mit Vertretern der aus Solidarität protestierenden Mohawks erklärte Chief Woos, die Barrikaden würden erst entfernt, wenn die Polizei und die Arbeiter der Coastal GasLink das Territorium der Wet’suwet’en verlassen hätten.

Am Freitag schlug Premierminister Justin Trudeau an einer Pressekonferenz einen scharfen Ton an. Alle Bemühungen, den Konflikt im Gespräch zu lösen, seien gescheitert. Die Barrikaden der Mohawks, die im Osten aus Solidarität mit den Wet’suwet’en den Zugverkehr lahmlegen, müssten sofort abgebaut werden.

Nachdem die protestierenden Mohawks die von der Ontario Provincial Police gesetzte Frist von Mitternacht nicht eingehalten hatten, nahm die Polizei heute erste Verhaftungen vor und begann mit der Entfernung der Barrikaden. Damit dürfte der Konflikt noch lange nicht gelöst sein. Ich schliesse den Beitrag trotzdem – oder besser: gerade deshalb – mit einem hoffnungsvoll friedlichen Foto aus dem Territorium der Wet’suwet’en.

Reconciliation – wie weiter?

Bei einem Spaziergang am Bach hinter dem Spital von Penticton wirkt alles friedlich. Auch die Enten auf einem nahen Parkplatz haben keinen Grund zur Aufregung.

Nicht weit davon zeigt die Skulptur „The Salmon Chief“ von Clint George den Lachs, Häuptling über die Gewässer, in menschlicher Gestalt. Mit seinen Geschichten gewährt er Einsicht ins Leben und in die Gesetze der Natur und erinnert daran, dass er sich als einer der vier „Food Chiefs“ für die Ernährung der Menschen opfert.

In letzter Zeit ist viel von einer Versöhnung zwischen den First Nations und dem kanadischen Staat und von Verhandlungen von Nation zu Nation die Rede. Und jetzt dies: Am Morgen hatten wir eine Email mit dem Titel „Reconciliation is Dead“ erhalten, mit dem Aufruf, die landesweiten Protestaktionen von First Nations zu unterstützen. Ausgelöst wurden sie von der Wet’suwet’en Nation im Norden von British Columbia. Sie will den Bau einer Flüssiggas-Pipeline durch das nicht mit einem Vertrag an den Staat abgetretene Land verhindern, weil sie die Natur und damit die traditionellen Nahrungsquellen gefährdet. Inzwischen blockieren Protestierende von British Columbia bis Ontario Häfen, Brücken, Eisenbahnlinien, Autobahnen und Strassen und in Victoria B.C. die Eingänge zum Parlament. Der Bau der Pipeline ist vom „Federal Court“ als legal erklärt worden, und die Polizei hat den Auftrag, Barrikaden zu räumen und das Baugelände zu sichern, was zu immer mehr Verhaftungen von Protestierenden führt. Es wird für die Politikerinnen und Politiker in Victoria und in Ottawa nicht leicht sein, eine einvernehmliche Lösung zu finden, umso mehr, als mehrere First Nations und auch einige Mitglieder der Wet’suwet’en Nation für den Bau der Pipeline sind. Trotzdem – oder eben gerade deshalb – möchte ich mit einem hoffnungsvollen Foto schliessen, das ich am Okanagan River bei Oliver aufgenommen habe.

Frühlingsahnen

Sobald der Schnee weggeschmolzen ist, wagen sich die ersten „Buttercups“ an die Sonne.

Nach einem Blick auf den schneefreien Garten bestellt Marianne voll Vorfreude Gemüse- und Blumensamen.

Doch Neuschnee sorgt dafür, dass sich der Frühling vorläufig wirklich nur erahnen lässt.

Winterschlaf, Schluss

Als wir auf unserer Alberta-Reise (Blog-Beiträge vom 27. November; 6., 12. und 17. Dezember) auf eine Empfehlung hin in einem abgelegenen Tal den „Last Chance Saloon“ besuchen wollten, lag er schon in tiefem Winterschlaf.

Hinter dem Saloon lehnte stimmungsvoll ein Kuhschädel gegen ein altes Wagenrad.

An der Aussenwand entdeckten wir eine aufschlussreiche Bronzetafel.

Der vergebliche Versuch, uns hier wenigstens mit einem wärmenden Getränk zu stärken, wird wohl kaum mit einer zweiten Gedenktafel verewigt werden.

WINTERSCHLAF 3

Weil wir im Gegensatz zu „unseren“ Bären und Schlangen keinen Winterschlaf machen, stellten wir gestern Morgen fest, dass sich die Landschaft ringsum über Nacht in ein Winterwunderland verwandelt hatte.

Die Kakteen neben dem Haus tragen jetzt weisse Winterschlafanzüge.

Da Marianne ein intensives Morgenprogramm (Food Bank, Weavers and Spinners) in Oliver unten vor sich hatte, zog ich rasch mehrere Kleiderschichten über mein Pyjama an und pustete mit dem „Snowblower“ unser Zufahrtssträsschen frei.

Was mein Gesicht betrifft, hatte der Schneeschleuder-Einsatz eine durchaus erfrischende Wirkung.

Winterschlaf 2

Die Schulbusse sind nach einem kurzen Winterferienschlaf längst wieder im Einsatz, auch bei minus 18 Grad Celsius wie heute Morgen. Bis in den März hinein dürfen die Zeltplätze und RV Parks schlafen.

Auch der beliebte Glace-, Süssigkeiten- und Geschenkladen „Tickleberry’s“ im benachbarten Okanagan Falls wird erst Anfang März aus seinem Winterschlaf erwachen.

Winterschlaf 1

„The Elephant“

Wo „unsere“ Bären ihren Winterschlaf verbringen, wissen wir nicht. Vielleicht in Höhlen am felsigen Hügel, den wir von unserem Haus aus sehen und „The Elephant“ nennen, weil er an einen schlafenden Elefanten erinnert. Vielleicht schlafen sie wie die Klapperschlangen auch unter Felsen über dem Rattlesnake Lake, der sich in der Nähe des „Elefanten“ befindet.

Rattlesnake Lake

Was die Kakteen neben unserem Haus betrifft: Sie überwintern mit hängenden Armen.

Alles Gute für die Festtage und 2020!

Mit einer Tannenbaumkugel, die im benachbarten Naturreservat das ganze Jahr durch Weihnachten feiert, und einer Weihnachtskaktusblüte aus unserer Küche wünsche ich frohe Weihnachten.

Und mit dem bunten Vogel, der neben unserem Badezimmerspiegel auch an einem dunklen Wintermorgen das Gemüt erheitert, wünsche ich alles Gute im 2020!