Hier stand also einmal ein berühmtes Goldgräberstädtchen:
Familienleben in Fairview – das sieht ja idyllisch aus:
Das Wahrzeichen des Städtchens war für drei Jahre das 1899 gebaute elegante Hotel Fairview, das „Big Teepee“. 1902 brannte es bis auf die Grundmauern ab. Dabei kam Hoteldirektor Philip Mathias in den Flammen um.
Der berüchtigte Saloon – kein Ort für echte Ladies! – war unter dem Spitznamen „Bucket O‘ Blood“ bekannt.
Ein guter Name für einen kräftigen Wein. Zum Glück floss das Blut in Fairview nicht kübelweise.
Das Gefängnis blieb als einziges Gebäude noch lange an seinem ursprünglichen Standort.
Jetzt steht es neben dem Museum in Oliver und dient als Ausstellungsraum für Gegenstände aus der Goldgräberzeit.
Hier stand von 1887 bis 1925 das Goldgräberstädtchen Fairview:
Von uns aus können wir den einstigen Standort mit dem Auto in sieben Minuten erreichen.
Fairview war mit etwa 500 Einwohnern die grösste Siedlung im South Okanagan.
Die meisten Minenarbeiter hatten das Städtchen schon 1906 verlassen. Neue Goldadern waren nur noch schwer zu finden.
Während der Weltwirtschaftskrise wurde die Suche nach Gold in den Hügeln ringsum wieder aufgenommen. Zwischen 1934 und 1936 wurden hier 16’992 Unzen Gold und 162’680 Unzen Silber gefördert. Eine englische Unze entspricht 28,359 Gramm.
Hier stand die Kirche von Fairview. Auf sie und auf weitere Gebäude komme ich in meinem nächsten Beitrag zu sprechen.
In unserer Umgebung wachsen so viele Flechten, dass ich mich für die Flechtenkunde oder Lichenologie zu interessieren begann.
Eine Flechte – ich halte mich da an den entsprechenden Wikipedia-Artikel – ist eine symbiotische, also für verschiedene Arten nützliche Lebensgemeinschaft zwischen einem oder mehreren Pilzen und Grünalgen, die mittels Photosynthese Licht in chemische Energieträger umwandeln können.
Weltweit gibt es rund 25’000 Flechtenarten. Sie treten in sehr verschiedenen Farben und Formen auf.
Die Wolfsflechte wurde in Skandinavien gebraucht, um Wölfe zu vergiften:
Dieses Foto nahm Marianne für mich auf einem Spaziergang auf:
Farben und Strukturen der Flechten inspirierten und inspirieren mich zu einer Serie von Flechtenbildern. Der Titel dieses 2018/19 entstandenen Bildes: „Joyful Lichens On a Crimson Rock“.
Ich ordne die Serie einem „Ornamentalen Surrealismus“ zu.
Das Innere dieses Edelkastanienbaums in unserem Centovalli-Familienrefugium war schon seit langem abgestorben. Die Äste wurden durch starke Rindenstränge von den Wurzeln her versorgt.
Diesen Winter wurden die Äste unter der Schneelast so schwer, dass die Stränge rissen. Die folgenden Fotos wurden von Manuel Hutterli, Priska Hutterli und Ronald Winkler aufgenommen, die in der vergangenen Woche mit freundnachbarlicher Unterstützung den gestürzten Baum zu Brennholz verarbeiteten.
Hier ein Blick auf den eindrücklichen Stamm.
Da waren gewaltige Kräfte am Werk.
Die „Skulptur“ erinnert jetzt an den majestätischen Baum.
Haben Ameisen im toten Holz diesen Wohnblock gestaltet?
Da war 2018 der Sturz einer vom Wind umgerissenen Ponderosa-Kiefer hinter meinem Atelier nicht so spektakulär.
In der feucht-kalten Werkstatt meines Grossvaters in den Centovalli gab es viel Rost an altem Werkzeug, an einem uralten Steigbügel zum Beispiel und an Kaminfeger- Kratzeisen. In meinen Augen machte der Rost diese Gegenstände „altehrwürdig“.
Diese Raspel wurde vor langer Zeit von früheren Besitzern unseres Centovalli-Maiensässes gebraucht. Sie hat mich als Erinnerungsstück nach Kanada begleitet.
Beim ersten Objekt für mein Installationsprojekt „Das Museum unbekannter Kulturen“ spielt der Rost eine wichtige Rolle.
Der Text stammt vom Künstler Glenn Clark, der 2016 in der „Penticton Art Gallery“ als Kurator meine Ausstellung gestaltete.
Neben meinem Atelier darf dieses „Neptun-Altärchen“ weiterrosten.
Zum Schluss ein Blick auf das Kulturzentrum der Osoyoos Indian Band.
Hier ist der „Edelrost“ des Schiebetors als architektonisches Gestaltungselement eingesetzt.
Heute möchte ich ein paar weitere Entdeckungen zeigen, die wir in letzter Zeit auf unseren Spaziergängen am Fluss unten und in der Umgebung des Tuc-El-Nuit Lake machten.
Entschieden keine Covid-19-Schutzmaske! Hat sie eine „Ausserirdische“ hier deponiert? Und woher kommen die Flamingos?
Eindrücklich sind die beiden Pferdeskulpturen beim „Red Horses Vineyard“.
Hier das „Porträt“ des zweiten Pferdes.
Keine Neuentdeckung, sondern alte Bekannte sind die von Thomas Born gestalteten Figuren.
Auge in Auge mit den beiden…
… und ein Blick auf den angebotenen Apfel.
Die Aufnahme kündet meinen nächsten Beitrag an: ROST.
Auf den Spaziergängen in unserer Umgebung und am Fluss unten entdeckten wir Vogelhäuschen der besonderen Art. Das verwitterte Exemplar, das ich schon in einem früheren Beitrag vorgestellt habe, nahm ich diesmal „frontal“ auf.
Nicht weit davon ladet ein anderes Häuschen zum Nisten ein.
Am Fluss unten fallen zwei „architektonische“ Lösungen auf – ein eher „klassisches“ Einfamilienhäuschen…
…und ein von einer Lokomotive inspirierter Design.
Eine andere Konstruktion hingegen fügt sich von Form und Material her so gut in ihre Umgebung ein, dass sie nicht leicht zu entdecken ist.
Nicht zu übersehen ist in der Busch-Wildnis diese Vogelfutter-Ente.
Ich zweifle daran, dass hier regelmässig Körnchen nachgefüllt werden.