Ein letztes Mal zurück zur Madonna di Re

Wann ich diese Aufnahme in einem Gässchen von Corcaplo machte, weiss ich nicht mehr:

Jedenfalls inspirierte mich dieses Madonnenbild und der Hinweis links neben dem Fensterchen, dass man hier guten Wein verkaufe, zu einer Radierung.

Diese Madonna di Re befand sich im Weiler Salmina unterhalb Corcapolo. Unser Sohn Manuel fotografierte sie im Hinblick auf die Umschlaggestaltung meines 1989 erschienenen Buches „Baccalà“.

Sie wurde später mit der Darstellung einer anderen Madonna übermalt.

Zurück auf dem Hügel

Am 15. Mai wurde Marianne im Saint Paul’s Hospital in Vancouver eine neuartige Herzklappe eingesetzt. Nach der Operation rief mich Marianne im Hotelzimmer an und teilte mir mit müder Stimme mit, der Eingriff sei erfolgreich verlaufen. Zwei Stunden später, es war inzwischen der 16. Mai geworden, wurde ich telefonisch informiert, dass Marianne einen schweren Hirnschlag erlitten habe. Sie sei rechtseitig gelähmt und per Ambulanz ins Vancouver General Hospital gebracht worden. Ich fuhr per Taxi sofort hin. Marianne erkannte mich sofort und drückte mir mit ihrer linken Hand meine rechte. Ein paar Tage später wurde Marianne ein Schrittmacher einoperiert. Der Chirurg erklärte uns vor der Operation die Risiken des Eingriffs und legte mir ein Formular vor, auf dem ich mit meiner Unterschrift mein Einverständnis dazu geben sollte. Marianne ergriff mit ihrer linken Hand sofort den Kugelschreiber und machte an der entsprechenden Stelle ein Zeichen. «She is an indipendent lady», sagte der Chirurg, und dieses Zeichen gelte als Unterschrift.

Ich konnte zu unseren Freunden Bettina und Tony in Port Coquitlam ziehen und Bettina brachte mich jeden Morgen zu Marianne. Unser Sohn Manuel und seine Frau Regine flogen aus der Schweiz nach Vancouver, wo sie für uns drei in der Nähe des Spitals zwei Zimmer mieteten. Mit Flugzeug und Ambulanz wurde Marianne vom Vancouver General Hospial zur weiteren Betreuung ins Spital von Oliver gebracht. Dort wurde sie auch von unserer Familienärztin besucht. Dr. Myslek sagte, sie werde Marianne, sobald sie zwei verständliche Wörter sprechen könne, für die Aufnahme in die Stroke Rehab-Abteilung im Spital von Kelowna empfehlen. Marianne wurde aufgenommen und dort während acht Wochen mit Physio und Sprechtherapie betreut. Ich fand im nur wenige Gehminuten vom Spital entfernten JoAnn Guesthaus eine Unterkunft, wo auch unsere aus der Schweiz angereiste Tochter Priska übernachten konnte. Von dort aus konnten wir Marianne täglich besuchen und sie im Rollstuhl an einen am Okanagan Lake gelegenen Park mit Strand bringen. Ich war Priska sehr dankbar für ihre Hilfe. An den Tagen, an denen mich zusätzlich zu meinen Arthritis-Schmerzen auch noch mein Leisten-und Nabelbruch plagten, hätte ich den Rollstuhl unmöglich selbst stossen können.

Von Kelowna aus wurde Marianne per Ambulanz ins Spital von Oliver gebracht. Bevor sie zu mir auf den Secrest Hill kommen konnte, mussten meine Brüche operiert und eine Rampe gebaut werden, die von unserem Parkplatz direkt in Mariannes Zimmer führt. Das Zimmer musste mit einem mehrfach verstellbaren Spitalbett und einem Pfosten ausgestattet werden, an dem sich Marianne aus dem Rollstuhl hochziehen und an den Bettrand setzen kann. Von dort aus kann sich Marianne dann mit Hilfe eines schlaufenartigen Geräts selbst auf das Bett legen. Ein entsprechender Pfosten wurde auch neben der Badewanne angebracht. Auf einer Bank in der Wanne sitzend wird Marianne wöchentlich zweimal geduscht.

Ein riesiges Geschenk für uns beide war im September der dreiwöchige Besuch von Manuel und Regine. Regine kochte, buk, legte im Tiefkühler Vorräte an, von denen ich beim Kochen noch immer profitiere. Manuel sicherte unsere Porch mit einem Geländer und baute eine neue Treppe mit beidseitigen Handläufen, an denen ich mich halten kann. Dazu richtete er zwei Alarmsysteme ein. Mit dem einen kann mich Marianne vom Bett oder vom Rollstuhl aus in der Küche, im Wohnzimmer, im Arbeitszimmer im Keller unten, auf der Porch oder im Atelier zu Hilfe rufen. Marianne hat es einmal ungewollt und mit Erfolg getestet. Das zweite System ist eine «call bell», die ich mir um den Hals hängen oder neben meinem Bett aufhängen kann. Ich habe sie schon mehrmals ungewollt in Betrieb genommen. Wenn ich mich zu rasch beuge, meldet sich eine Roboterstimme: «A fall was detected. To cancel press two seconds.» Auch wenn ich den Alarm aufhebe, nimmt eine Frau oder ein Mann Kontakt mit mir auf, vergewissert sich, dass ich o.k. bin und wünscht mir einen guten Tag.

Ein zweites riesiges Geschenk war der Besuch von Nichte Miriam mit ihrem Freund Ralf. Aus der Schweiz kommend, trafen sie am 1. Oktober bei uns ein. Ralf konnte eine Woche, Miriam zwei Wochen bei uns bleiben. Miriam kochte, legte dabei auch Vorräte für die Tiefkühltruhe an und beschriftete in Mariannes Zimmer alle Tablare und Schubladen, auf denen oder in denen sich Mariannes Kleider befinden. So sind sie für alle Helfenden leicht zu finden.

Ein drittes riesiges Geschenk für uns war im November der Besuch von Priska und von unserer Freundin Rose-Marie, die mit uns vierzehn Tage auf unserem Hügel verbrachten und uns nebst gemeinsamen Restaurantbesuchen in Oliver auch den Besuch eines Violinkonzerts im Venables Theatre ermöglichten. Wir kochten abwechslungsweise. Gemeinsam stellten wir Grittibänze her und dank Priska liegen in unserer Tiefkühltruhe noch immer feine Züpfe für unsere Sunntigszmorge bereit.

Eine grosse Freude sind auch all die E-Mails, die Telefongespräche und video calls mit der Famile in der Schweiz und all die Besuche von unseren Freunden hier in Kanada.

Marianne und ich sind sehr dankbar, dass wir wieder zusammen auf unserem Hügel leben können. Ohne die vielseitige Hilfe unserer benachbarten Verwandten Hans, Christine, Raffaele und Clea mit Partner Keith könnten wir unmöglich weiterhin hier leben .Marianne bekommt dank dem Nurse Next Door-Programm täglich Physio und wird zusätzlich vom Home Care Team von Interior Health betreut. Zweimal in der Woche macht eine Rehab Assistant  Übungen mit Marianne beim und auf dem Bett und in der Küche, um Mariannes Unabhängikeit zu fördern. Im Spital von Penticton bekommt Marianne regelmässig zusätzliche Physio und vom Januar an Sprechtherapie. Marianne macht bei allen Übungen unermüdlich mit und macht so dauernd Fortschritte, was wiederum alle Heferinnen und Helfer motiviert, Marianne weiterhin zu therapieren.

Ich selbst bin froh, dass ich mich trotz meiner mühsamen Arthritis-Schmerzen mit zusätzlichen Übungen, mit Kochen, Waschen und Einkaufen an der Betreuung von Marianne beteiligen kann. Zur Auflockerung unseres doch recht strengen Übungs-und Arbeitsprogramms geniessen wir zusammen DVD-Kurse – im Augenblick gerade über englische Literatur – und unsere umfangreiche CD-Musiksammlung. Dazu lese ich Marianne immer wieder vor. Eine besondere Freude für uns beide sind natürlich auch die häufigen Besuche unserer Verwandten und Freunde.

Für das kommende Jahr haben wir uns Eintrittskarten für eine Konzert- und eine Filmserie gekauft und hoffen, dass wir sie mit der Hilfe von Verwandten und Freunden besuchen können.

Basilika von Re 2

Am Ende des 15. Jahrhunderts stand in Re eine San Maurizio-Kirche. Auf ihrer Fassade war ein kleines Fresko aufgemalt, das eine „Madonna del Latte“, eine stillende Madonna, zeigte. Nach der Überlieferung schleuderte ihr ein gewisser Giovanni Zucono aus dem benachbarten Dörfchen Villette aus Wut, dass er im Spiel verloren hatte, einen Stein an die Stirn. Am folgenden Morgen, dem 29. April 1498, stellten Passanten fest, dass aus der Stirnwunde Blut tropfte. Dieses Ereignis wurde mit mehreren Dokumenten bezeugt. Das wichtigste wurde ein paar Tage später von Daniele de Crispis, dem Bürgermeister des Tals, verfasst und von vier Notaren unterschrieben.

1627 wurde die San Maurizio-Kirche durch einen Neubau ersetzt. Das wundertätige Bild war sorgfältig von der alten Fassade abgelöst worden und wurde nun auf den Altar der neuen Kirche gestellt.

Die 1958 geweihte Basilika wurde an die San Maurizio-Kirche angebaut.

1984 nahm ich die San Maurizio-Kirche von einem Gässchen her auf.

Auf dem Altar der San Maurizio-Kirche steht auch das Reliquiar mit dem aufgefangenen kostbaren Blut.

In der Basilika sind an einer Wand die Votivgaben zu sehen, die Wallfahrende als Dank für eine Heilung spendeten.

Als für den 500. Jahrestag des Wunders von Re eine Erinnerungsmesse angesagt wurde, beschlossen meine Tante Heidi und ich, von Bern aus über Domodossola nach Re zu fahren, um dort an den Feierlichkeiten teilzunehmen.

In der Centovalli-Bahn erklärte mir die Frau, die neben mir sass, dass sie sich die Heilung eines hartnäckigen Ekzems an ihrem rechten Vorderarm erhoffe.

Pilgerinnen und Pilger hielten immer wieder Ausschau nach einem Helikopter, der Papst Benedikt XVI. nach Re bringen würde.

Als ich in einem Laden ein Picknick für meine Tante und mich einkaufte, besorgte sich dort auch ein gross gewachsener, hagerer Kardinal einen Imbiss. Später fotografierte ich ihn, als er sich zum wundertätigen Marienbild in die San Maurizio-Kirche begab.

Für die Wallfahrenden, die in der Basilika keinen Platz mehr fanden, wurde die Messe mit Lautsprechern nach aussen übertragen. Der damals achzigjährige Kardinal Ugo Poletti – er wird drei Jahre später in Rom sterben – überbrachte vor der Messe den Gruss und Segen des Papstes, der leider nicht persönlich anwesend sein könne: Er habe sich beim Aussteigen aus der Badewanne einen Fuss verstaucht.

Meine Tante und ich reisten über Locarno nach Bern zurück. Die Wagen waren alle gestossen voll. Als in Camedo ein Schweizer Billeteur zusteigen wollte, rief ihm ein Mann zu: „Wenn Sie hier durchkommen wollen, kann Ihnen nur ein weiteres Wunder helfen.“ Der Kondukteur lachte mit und schloss die Tür.

Basilika von Re 1

Ich knüpfe hier an meinen Beitrag über Ettore Jelmorini an, der als junger Steinmetz zusammen mit seinem Vater aus Intragna nach Re zog, um beim Bau der Basilica mitzuhelfen. Der italienische Architekt Edoardo Collamarini hatte sie im Neo-Byzantinischen Stil entworfen. Mit dem Bau der eindrücklichen Basilika konnte schliesslich 1950 begonnen werden, wobei die Arbeiten bald einmal zum Stillstand kamen, bis die Finanzierung durch zusätzliche Spenden wieder gesichert war.

1951 ging ich in Bern in die erste Klasse. Die Frühlings-, Sommer- und Herbstferien verbrachten wir immer in den Häusern meiner Grosseltern und Eltern im abgelegenen Weiler Remagliasco bei Intragna. Wir fuhren also mit der Centovalli-Bahn, die wir den „Schüttelbecher“ nannten, sechsmal jährlich an der Baustelle vorbei, konnten bei den Hinfahrten auf der linken Seite, bei den Rückfahrten auf der rechten Seite kurz einen Blick auf die langsam wachsende Basilika werfen. Weil ich viel später auf dem Dachboden unseres eigenen Centovalli-Refugiums ein paar nicht ganz vor Regen, Mäusen und Siebenschläfern sicher aufbewahrte „Bollettini del Santuario di Re“ fand, kann ich den Bau jetzt fotografisch dokumentieren.

1958 erhob Papst Pius XII. die Kirche in den Rang einer „Basilica minor“. „Basilica majores“ sind der Petersdom in Rom, die Basilika des heiligen Franz in Assisi und die Basilika des Heiligen Grabes in Jerusalem.

Das folgende Foto nahm ich 1970 auf.

Wie es dazu kam, dass in Re das Wandbild einer „Madonna lactans“, einer stillenden Madonna, zu einer blutenden Stirnwunde kam, werde ich im nächsten Beitrag erzählen.

Ettore Jelmorini

„Mit viel Eigenarbeit und der Hilfe eines einheimischen Steindachdeckers und Maurers stellten meine Eltern das Haus instand. Dieser tüchtige Handwerker hiess Ettore Jelmorini. Zwischendurch lehrte er mich am Bach unten die verbotene Kunst, Forellen von Hand zu fangen. Später wurde er ein bekannter Bildhauer.“  (Aus: „Mein Kindheitskoffer“.)

Diese Aufnahme machte mein Vater um 1956 in Remagliasco.

Ettore Jelmorini wurde am 17. Mai 1909 in Intragna geboren. Wie sein Grossvater und sein Vater übte er den Beruf des Steinhauers und später auch eines Mineurs aus. In seiner Jugend zog die Familie ins Val Vigezzo, um dort am Bau des Sanktuariums der Madonna von Re mitzuarbeiten. Nach seiner Rückkehr nach Intragna schuf er in seiner Freizeit und an Regentagen gegen zweihundert Skulpturen aus Serpentin und Granit. Eine Madonna aus Granit schenkte er meinen Eltern, die sie in eine Nische im Wohnzimmer in Remagliasco stellten.

Ettore wusste, dass unsere Familie nicht katholisch war. Er fand, wir könnten die Madonna ja auch als Buddha betrachten.

Weil sich bei den traditionellen Kaminen mit ihren breiten Rauchfängen beim Kochen der Rauch oft auch in der Küche verbreitete, baute Ettore in den Häusern meiner Grosseltern und Eltern Kamine ein, die allen Rauch abzogen, so dass sich darin    ausgezeichnet feuern und kochen lässt.

Als Durstlöscher bereitete meine Mutter jeden Tag grosse Krüge mit Tee zu. Als es eines Tages im Krug auf dem Steintisch draussen von Ameisen wimmelte, wollte sie ihn ausschütten. Ettore schenkte sich noch rasch ein grosses Glas ein und trank es aus: Ameisensäure sei sicher gut gegen Rheumatismus.

Hier sitze ich 1993 mit meiner Tante Heidi vor ihrem Jelmorini-Kamin.

Als Ettore uns einmal in Bern besuchte, schlug er vor, er könnte in unserer Wohnung im  vierten Stock im Wohnzimmer ebenfalls einen Kamin einbauen. Die Arbeit würde er unentgeltlich leisten. Wir müssten nur die Granitsteine besorgen …

In den letzten Lebensjahren wurde die Bildhauerei für Ettore zur Hauptbeschäftigung und der Beruf des Steinhauers ergänzende Nebenarbeit. Er führte nun auch Auftragsarbeiten für Grabmäler und öffentliche Gebäude aus. Wir besuchten ihn immer wieder in seinem Atelier. Clown Dimitri und seine Frau Gunda kauften für den Garten ihres Ferienhauses im hoch oben zwischen den Centovalli und dem Onsernonetal gelegenen Weiler Calascio mehrere Skulpturen. Sie befinden sich jetzt im Museo Dimitri in Verscio.

Dieses Foto nahm mein Vater auf.  

Als ich einmal unter dem von Gioachino Zanoli gebauten Betonbrücklein Forellen beobachtete, sah ich Ettore kommen. Ich wollte ihn auf dem Weg oben begrüssen, glitt auf einem Block aus und stürzte Kopf voran auf einen im Wasser liegenden, zum Glück flachen Stein. Als ich wieder zu mir kam, stand Ettore neben mir, half mir auf und führte mich zum Haus.

Für den Rest der Ferien wurde mir von Zeit zu Zeit übel. Ich verschwand dann auf eine ehemalige Weinberg-Terrasse. Meinen Eltern erzählte ich nichts davon, aus Angst, dass sie mich zu einer Untersuchung ins Spital von Intragna bringen könnten. Als dann viel später im Progymnasium meine Noten in Mathematik zu wünschen übrig liessen, erklärte ich, die Hirnerschütterung habe damals mein Mathematikzentrum beschädigt.

Ettore starb am 6. April 1968 im Alter von 59 Jahren auf der steilen Treppe, die von der Stazione Intragna ins Dorf hinauf führt.

!991 besuchten wir die Ettore Jelmorini-Ausstellung in Ascona.

Diese Madonna ist im Museo Regionale Centovalli-Pedemonte in Intragna zu Hause.

Wieder Frühling

Zum Frühling gehört bei uns auf dem Secrest Hill die Ankunft der Western Bluebirds (Sialia mexicana), wobei nicht mehr alle Exemplare die langen Flüge auf sich nehmen. Des Klimawechsels wegen ist es ihnen möglich, auch den Winter im südlichsten Teil des Okanagan Valley zu verbringen. Sie ernähren sich dann von den an Rebstöcken hängen gebliebenen Trauben.  Für uns ist der März die Zeit, in der wir die Bluebird-Nistkästen in unserer näheren Umgebung reinigen.

Wir sind dankbar und  glücklich, dass uns dies trotz medizinischer Probleme möglich war.

Es empfiehlt sich, beim Auf- und Abstieg die Kakteen zu vermeiden.

Es handelt sich dabei um die äusserst stacheligen „Brittle Prickley Pear“-Kakteen. Sie verankern sich hartnäckig in den Schuhen oder stechen beim Wandern durch die Hosen schmerzhaft in die Waden.

Zu den ersten Frühlingsboten gehören bei uns die „Sagebrush buttercups“. Einzelne First Nations bestrichen mit dem Gift der lieblichen „Butter- Schälchen“ ihre bei der Jagd verwendeten Pfeilspitzen.

Lieblich wirken auch die „Yellow Bells“, die zur Familie der Lilien gehören.

Von den später wie kleine Seerosen blühenden „Rock roses“ (Bitterroot) sind erst die Blätter zu sehen. Die Okanagan First Nations gruben die Wurzeln aus und verwendeten sie zusammen mit Saskatoon- Beeren und Lachseiern zur Herstellung eines Puddings.

Womit wir uns der Arbeit an den Nistkästen zuwenden.

Die alten Nester – manchmal sind zwei oder drei übereinander gebaut – werden entfernt, weil sie Milben enthalten könnten.

Die Bluebirds bekommen die Kunst des Nestbaus in ihrer Erbmasse mit.

Frische Zedernspäne auf dem Boden der Nistkästen werden die Milben von den neuen Nestern fernhalten. Ein Blick zurück auf eines der so kunstvoll gebauten alten Nester.

Jeden Frühling stellen wir fest, dass Bären ein paar Nistkästen von den Stämmen gerissen und dabei beschädigt haben.

Einzelne davon lassen sich flicken und wieder an einem Kiefernstamm befestigen.

Wieder Wasser

Weihnachten und Neujahr verbrachten wir „en famille“ im Lakeside Resort am Tuc-el-Nuit Lake bei Oliver.  Den Tannenbaum hatten wir aber in unserem Haus auf dem Secrest Hill aufgestellt und geschmückt, um hier oben auch zusammen mit unseren benachbarten Verwandten feiern zu können. Als ich im Badezimmer einen Hahn öffnete, floss kein Wasser. Wir gingen bei unserer Grundwasserfassung nachschauen.

Eine vor Jahren abgestorbene Ponderosa-Kiefer war knapp an unserem Pumpenhäuschen vorbei zu Boden gestürzt. Mariannes Bruder Hans zersägte den massiven Stamm.

Das nächste Foto zeigt Hans, unsere Nichte Clea und Priskas Partner Ronny im Einsatz.

Der zersägte Baumstamm ist bereits verschoben. Mit einem an der Baggerschaufel befestigten Stahlseil soll die 1996 in das zwölf Meter lange Stahlrohr gesenkte Pumpe an die Oberfläche gezogen werden.

Die Pumpe ist durch die vom Aufprall des Baumstamms verursachte Erschütterung beschädigt worden.

Ob sie sich noch flicken lässt?

Kein Zweifel, dass es sich um einen hoffnungslosen Fall handelt.

Hans beschafft  für uns eine neue versenkbare Pumpe und baut sie mit Hilfe von Keith im Stahlrohr unserer Grundwasserfassung ein.

Bevor er sie ins Rohr senkte, hatte er mit einer gemieteten speziellen Pumpe das mit Rostteilchen und Sand verunreinigte Wasser abgesaugt. Ein Glück, dass Marianne und ich nach der Abreise unserer Lieben in einer kleinen Wohnung mit Küche im Lakeside Resort bleiben konnten, bis unsere Wasserversorgung wieder funktionierte.

In unserem Keller ist jetzt neben dem Pumpenschalter eine Warnung angebracht: Die Elektrizität unbedingt abschalten, bevor man sich an der Pumpe zu schaffen macht!

Im Wine Village

Was die Architektur betrifft, ist in unserer Umgebung das District Wine Village die interessanteste Anlage. Es befindet sich etwas nördlich von Oliver auf dem Land der Osoyoos Indian Band. Im Winter ist es nur von Donnerstag bis Sonntag offen.

In den um einen runden Platz stehenden Häuschen können die Weine verschiedener Wineries degustiert und gekauft werden.

Dieses Foto nahm ich vor ein paar Tagen auf. Spektakulärer präsentiert sich das Weindorf  in einer Winternacht.

Mehrere Feuerstellen spenden Wärme.

Auch vor dem Bistro ist für etwas Wärme gesorgt.

Eine kleine Buchhandlung hofft ebenfalls auf Kundschaft.

Sie zog uns mehr an als die „Weinhäuschen“.

Wir traten ein und sahen uns das Angebot an. Marianne kaufte einen Roman, den sie in ihrem Book Club besprechen wird. Regine und Manuel wählten zwei ansprechend gemusterte, warme Decken.

Am Silvesterabend wurden die Wine Village-Gäste sogar mit Feuerwerk empfangen.

In warme Kleider gehüllt, genossen wir die beeindruckende Show.

Eingeschneit

Was den Schnee betrifft, wurde es bei uns auf dem Secrest Hill erst Mitte Februar richtig winterlich.

Zum Glück konnten wir auch dieses Jahr unseren Freund John zu Hilfe rufen.

Ich wäre nicht mehr in der Lage, unsere Schneeschleuder zu betätigen.

Unser Zufahrtssträsschen ist zwar nicht sehr lang, aber steil.

Während John es vom Schnee befreite, wurde auch die stellenweise sehr steile Secrest Hill Road gepflügt, die uns mit der Talstrasse verbindet.

Seit Wochen erklärt Donald Trump, er werde dafür sorgen, dass Kanada der 51. Staat der USA werde. Vom kanadischen Premierminister Justin Trudeau spricht er bereits als dem Gouverneur von Kanada. Ein Grund dafür, am 15. Februar das 60. Jubiläum der kanadischen Flagge zu feiern. Unser Exemplar befestigten wir an einem nach den USA hin ausgerichteten Holzschopf.

Donald Trump „straft“ Kanada mit „Schutzzöllen“. Damit steigen bei uns die Lebenskosten. Wie lange geht es wohl, bis Amerikanerinnen und Amerikaner merken, dass so auch bei ihnen alles teurer wird? Wären wir der 51. Staat der USA, hätten wir dieses Problem selbstverständlich nicht. Und so, wie die Ukraine neuerdings am Krieg mit Russland schuld ist, ist wohl Kanada verantwortlich für den Wirtschaftskrieg mit den USA.

Unsere Zufahrt ist vom Schnee befreit. Marianne fährt zum Einkaufen nach Oliver. Bei uns lautet jetzt die Parole: Achtet beim Einkaufen darauf, dass die Produkte in Kanada hergestellt wurden.