Als wir auf unserer Alberta-Reise
(Blog-Beiträge vom 27. November; 6., 12. und 17. Dezember) auf eine Empfehlung
hin in einem abgelegenen Tal den „Last Chance Saloon“ besuchen
wollten, lag er schon in tiefem Winterschlaf.
Hinter dem Saloon lehnte stimmungsvoll ein
Kuhschädel gegen ein altes Wagenrad.
An der Aussenwand entdeckten wir eine aufschlussreiche
Bronzetafel.
Der vergebliche Versuch, uns hier wenigstens
mit einem wärmenden Getränk zu stärken, wird wohl kaum mit einer zweiten
Gedenktafel verewigt werden.
Weil wir im Gegensatz zu „unseren“
Bären und Schlangen keinen Winterschlaf machen, stellten wir gestern Morgen fest,
dass sich die Landschaft ringsum über Nacht in ein Winterwunderland verwandelt
hatte.
Die Kakteen neben dem Haus tragen jetzt
weisse Winterschlafanzüge.
Da Marianne ein intensives Morgenprogramm (Food
Bank, Weavers and Spinners) in Oliver unten vor sich hatte, zog ich rasch
mehrere Kleiderschichten über mein Pyjama an und pustete mit dem
„Snowblower“ unser Zufahrtssträsschen frei.
Was mein Gesicht betrifft, hatte der
Schneeschleuder-Einsatz eine durchaus erfrischende Wirkung.
Die Schulbusse sind nach einem kurzen
Winterferienschlaf längst wieder im Einsatz, auch bei minus 18 Grad Celsius wie
heute Morgen. Bis in den März hinein dürfen die Zeltplätze und RV Parks
schlafen.
Auch der beliebte Glace-, Süssigkeiten- und
Geschenkladen „Tickleberry’s“ im benachbarten Okanagan Falls wird
erst Anfang März aus seinem Winterschlaf erwachen.
Wo „unsere“ Bären ihren
Winterschlaf verbringen, wissen wir nicht. Vielleicht in Höhlen am felsigen
Hügel, den wir von unserem Haus aus sehen und „The Elephant“ nennen,
weil er an einen schlafenden Elefanten erinnert. Vielleicht schlafen sie wie
die Klapperschlangen auch unter Felsen über dem Rattlesnake Lake, der sich in
der Nähe des „Elefanten“ befindet.
Rattlesnake Lake
Was die Kakteen neben unserem Haus betrifft:
Sie überwintern mit hängenden Armen.
Mit einer Tannenbaumkugel, die im
benachbarten Naturreservat das ganze Jahr durch Weihnachten feiert, und einer
Weihnachtskaktusblüte aus unserer Küche wünsche ich frohe Weihnachten.
Und mit dem bunten Vogel, der neben unserem
Badezimmerspiegel auch an einem dunklen Wintermorgen das Gemüt erheitert,
wünsche ich alles Gute im 2020!
Ein Saurier bewacht den Eingang zum Royal
Tyrrell Museum
An den eindrücklichen Rekonstruktionen in der Eingangshalle vorbei führt der
Museumsrundgang auch zu mehreren vollständigen Saurierskeletten.
Fotografieren ohne Blitz ist erlaubt.
Für das Publikum sichtbar wird während Jahren
an einzelnen Fundstücken minutiöse „Knochenarbeit“ geleistet.
Sorgfältig werden die fossilisierten Knochen aus dem Stein gelöst, konserviert
und erforscht.
Für die so immer noch wachsende Sammlung
werden zusätzliche Aufbewahrungs- und Ausstellungsräume gebaut.
Und diese Tafel gibt etwas Lebensweisheit mit
auf den Weg:
Statt Gartenzwerge – auf dem Foto ist ein
Exemplar in einer meiner „Archaeological Sites“-Installationen zu
sehen – gibt es in Drumheller Gartensaurier zu bewundern.
Das Exemplar mit „Rückenflammen“
ist besonders imposant:
Und Gartensaurier Nummer drei wirkt richtig
munter:
Nachdem wir Calgary erkundet hatten, fuhren
wir mit Tochter Priska und ihrem Partner Ronny nach Drumheller. Auf dem Weg
machten wir Halt am Horseshoe Canyon, wo – wie an anderen Stellen in der
Umgebung von Drumheller – viele Fossilien
gefunden wurden und noch immer gefunden werden.
Die fossilen Farnblättchen, die wir etwa
zwanzig Autominuten von unserem Haus entfernt sammeln können, nehmen sich neben
den Drumheller-Fundstücken höchst bescheiden aus.
Vom Tourismus her lebt Drumheller von den
Sauriern.
Auch wenn diese „faszinierenden
Urviecher“ (Artikel im Magazin „Der Spiegel“) nicht ganz so
gross waren wie die „Rekonstruktion“ vor dem Visitor Centre und statt
einer Treppe in ihrem Innern ein Knochengerüst hatten: Manche Saurierarten
waren wirklich sehr gross. Marianne steht hier neben den Hinterbeinknochen
eines Camarasaurus.
Um meinen Satz, Drumheller lebe touristisch
von den Sauriern, zu präzisieren: Das Städtchen lebt dank seines weltberühmten
Museums von Saurierknochen.
Bevor ich mich mit „Andere Dimensionen
2“ den Sauriern in Alberta zuwende (sie sind offenbar eines für sie
katastrophalen Klimawechsels wegen ausgestorben…), hier zwei Fotos im
Zusammenhang mit der gestrigen „Global Climate Strike“-Demonstration
vor der City Hall in Penticton. Für mein Poster fotografierte ich meine von Edvard
Munchs Bild „Der Schrei“ inspirierte Installation „Something
Went Wrong“.
Das zweite Foto zeigt mein Poster im Einsatz.
Unser kanadisch-mexikanischer Künstlerfreund Norberto hält mir seine brennende
Welt vors Gesicht.