Und doch nicht ganz wie im Tessin

Dank unserer vielen Finnland-Aufenthalte ist dieses Land, wie die Centovalli, zu einem Teil meiner inneren Heimat geworden – gerade auch, weil in Finnland manches eben doch nicht wie im Tessin ist: die Weite der Landschaft, die Tiefe der Wälder, all die See-Spiegel, die unzähligen Insel, der grosse finnische Himmel, der den Gefühlen und Gedanken so viel Platz lässt, die rotbraunen Häuser mit den weissen Tür- und Fensterrahmen, die Süsse der Traubenkirschenblüten und die herben Düfte der Sümpfe, das weiche Licht, der Küstenwind im Sanddorngebüsch, die Sommernächte, die Tag bleiben, die langen Winternächte, die Eisdecke mit den eingefrorenen Seerosenblättern, die Granitblöcke mit Schneekappen, die sich in den Strahlen der Mittagssonne, die knapp über die Kiefernwipfel steigt, rosa färben und blaue Schatten werfen, mein eigener Riesenschatten, wenn ich mit dem Tretschlitten über die zugefrorene Bucht glitt.

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Die Fotos stammen aus Mariannes Vassor-Album von 1980/81.